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Liebe Pfarrangehörige von St. Franziskus Hermeskeil

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Liebe Leserinnen und Leser!

 

Aufregende Tage liegen hinter uns. Vor meinen Augen erinnere ich mich an den 27. März 2020. Im Vatikan hat die Corona-Krise zu einem einzigartigen Moment geführt: Papst Franziskus spendete den Segen "Urbi et Orbi" vor dem verwaisten Petersplatz. Dort, wo schon so viele von uns gestanden haben, um in einer Audienz dem Papst zu begegnen. Auf den Stufen des Petersdoms betete er vor dem leeren Petersplatz. Für viele Menschen war die Uhrzeit perfekt gewählt, am Übergang vom Tag in den Abend, in strömendem Regen. Reduktion auf das Wesentliche - so habe ich es erlebt. Dies ist allerdings im Moment eine Aufgabe für fast alle Menschen. 

 

Während viele Menschen zu Hause, im Garten oder weiterhin im Beruf beschäftigt sind, sehnen sich viele andere nach Worten der Zuversicht und Hoffnung. Sie benötigen eine Zukunftsperspektive. Vielleicht kann unser aktueller Pfarrbrief dazu Hilfestellungen geben. Im Gebet, in Gemeinschaft - über die eigenen Sicherheitsabstände hinaus – sich doch mental verbunden zu fühlen. Wir spüren zunehmend, dass nicht so sehr der Einzelne ins Blickfeld gerät, sondern seine Rolle im Miteinander. Vergessen wir dabei nicht, jede und jeder ist Helfer und Ansteckungsgefahr zugleich. Deshalb müssen wir nach wie vor Abstand halten!

Durch diese Abhängigkeit unter Menschen und Staaten rückt die Menschheit näher zusammen. Ich erinnere mich an Zeiten, da haben wir Geld investiert, um mit Waffen aufzurüsten, um uns von anderen Staaten abzuschotten. Nun zeigen wir Solidarität im Kampf gegen das Virus. Weltweit arbeiten immer mehr Forschungsgruppen an einem Impfstoff. Das klingt sehr ermutigend, auch wenn es wohl noch Wochen und Monate dauern wird. Und was können wir tun?

Solidarität leben - auf Gott vertrauen - Nächstenliebe in der Nachbarschaftspflege und darüber hinaus konkret leben. Mir scheint auch wichtig zu sein, Nachhaltigkeit zu entwickeln, was uns dies für eine gute Zukunft sagen möchte.

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich aus dem Hermeskeiler Pfarrhaus.

 

Ihr Gemeindereferent

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Geistliches Wort

Kennen Sie Neviges?

 

Anfang Februar war ich mit meiner Frau Ute unterwegs zum Marienwallfahrtsort Neviges. Zur geographischen Einordnung: Dieser Ort ist ein Stadtbezirk von Velbert im Kreis Mettmann in Nordrhein-Westfalen. Wir beabsichtigten, die Heilige Messe am Sonntagmorgen um 9.45 Uhr im Dom mitzufeiern. Schon bei der Ankunft staunten wir über den Anblick, der sich uns bot. Vor uns türmte sich ein Betonbau wie eine riesige Felsenskulptur auf. In meiner Heimatgemeinde Dudweiler überragt ein moderner Kirchenbau mit einer großartigen Betonkonstruktion aus den 50-er Jahren die Stadt. In der Liste der Einzeldenkmäler des Saarlandes ist er sogar als Kunstdenkmal aufgeführt. Aber dieser Monumentalbau übertraf alle unsere Vorstellungen.

 

Bereits beim näheren Hingehen entdeckten wir auf dem Vorplatz geschwungene Wegspuren – sinnbildlich stehend für die verschiedenen Lebenswege der Menschen, die letztendlich alle das gleiche Ziel haben, die „Stadt Gottes auf dem Berg“.

 

In diesem Fall der Wallfahrt ist das Ziel der Mariendom - die Wallfahrtskirche in Neviges. Es ist ein besonderes Pilgerziel aus Beton, Symbolen und Licht. Wie eine breite Straße führt der Weg durch die Eingangstür hin zum Altar. Das Innere der Kirche hat uns die Sprache verschlagen.

 

Der Altar befindet sich sichtbar in der Mitte des Domes. Als Mittelpunkt dieser besonderen Kirche ist er für alle frei zugänglich. In der Mahlgemeinschaft wurde dies deutlich. Alle Gottesdienstbesucher haben sich zum Empfang der Hl. Kommunion um den Altar versammelt, ein beeindruckendes Gemeinschaftserlebnis.

 

Auf dem Titelbild des Pfarrbriefes können Sie gut erkennen, dass um den Altar zunächst einmal viel Platz und Weite ist, um sich zu begegnen. Architektonisch wurde das Kircheninnere absichtlich gestaltet wie ein Marktplatz, auf dem Kontakt, Gespräche und Gemeinschaft entstehen sollen.  „Die vielen unterschiedlichen Emporen an den Seiten mit ihren Balkonen wirken wie die Häuser an einem städtischen Platz.“ Sie umgeben den Ort wie fensterreiche Bauten, unbeschreiblich; das muss man selbst gesehen haben. 

 

Die freistehenden Straßenlaternen und der gepflasterte Boden lassen den Gottesdienstbesucher nahezu an einen Kirchenvorplatz denken, aber der Architekt Gottfried Böhm hat diese Pläne sehr bewusst entworfen. „Als diese Kirche am 22. Mai 1968 eingeweiht wurde, war das ein radikal moderner Bau. Eine Kirche wie ein Markplatz, das gab es noch nie! Möglich geworden war eine solche Kirchenarchitektur erst durch tiefgreifende Veränderungen, die beim Zweiten Vatikanischen Konzil beschlossen worden waren.“ Der Architekt hat für dieses besondere Werk weltweit wichtige Auszeichnungen empfangen. 

 

Das Allerheiligste befindet sich vorne links, etwas abgetrennt vom „alltäglichen Markttreiben“. In der großen ornamentierten Säule wird das eucharistische Brot aufbewahrt! In einem Augenblick der Stille bringe ich meine Anliegen auch als Koordinator der Seelsorge für unsere Pfarrei St. Franziskus, Hermeskeil vor Gott ins Gebet.

 

Ein wunderschönes Kirchenfenster bringt ein mystisches Licht an diesen besonderen Ort. „Die großen farbigen Flächenfenster (Entwurf Prof. Gottfried Böhm), alle unterschiedlich in der Größe und Form, geben der massiven Schwere des grauen Betonkörpers eine lichtvolle Transparenz.“ Nach meinem Empfinden werden durch die gekonnte Lichtsetzung weitere künstlerische Akzente gesetzt. Der Beton im Innern der Kirche wechselt seine Farbe je nach Lichteinfall. Die Sonne bringt Glanz in diese Welt und lädt bewusst vor dem Allerheiligsten zum Meditieren ein.  

 

Die Marienstele mit dem Gnadenbild ragt in die Höhe, wie aus einem Lebensbaum wächst Maria mit dem Kind heraus. Viele Beter versammeln sich dort.  Ähnlich wie in unserer Kirche in Abtei begegnet uns im Mariendom wiederholt das Motiv der Rose, eine christliche und marianische Symbolpflanze. Das Gotteshaus ist ebenfalls „Maria, der Königin des Friedens“ geweiht, denn bereits seit dem 17. Jahrhundert ist das „Hardenberger Gnadenbild“ der Maria das Ziel von Pilgern.

 

Eine kleine Gedenktafel dort sowie ein Ölbild erinnern an Papst Johannes Paul II. Drei Wochen vor seiner Wahl zum Papst besuchte Karol Wojtyła mit einer Krakauer Pilgergruppe im September 1978 den Nevigeser Wallfahrtsdom. Die Marienverehrung war ihm ein Leben lang ein wichtiges Anliegen. 

 

Die Stellung der Kanzel innerhalb dieses liturgischen Raumes hat mich sehr beeindruckt. In vielen Kirchen steht die Kanzel, von der das Wort Gottes verkündigt wird, an erhöhter Stelle.  Im riesigen Gebäude des Mariendoms in Neviges gibt es nur eine einzige tragende Säule und diese dient als Kanzel. Das muss man sich einmal theologisch meditierend durch den Kopf und das Herz gehen lassen. Die Verkündigung des Wortes Gottes ist die tragende Säule der Gesamtkonstruktion, Respekt! Dieser spirituelle Gedanke lässt mich seither nicht mehr los. 

 

Unterhalb der Marienkapelle befindet sich die Krypta, die Unterkirche, die noch bis vor einigen Monaten den Franziskanern für liturgische Feiern diente. Zwischenzeitlich ermöglicht sie kleineren Pilgergruppen eine innere Einkehr. Dort ist es auch möglich, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.

 

Die Kirche ist mit mehr als 6.000 Plätzen nach dem Kölner Dom die zweitgrößte im Erzbistum Köln. Im dortigen Pfarrbrief konnte ich lesen, dass viele Gläubige die Verabschiedung der Franziskaner im Januar 2020 im Mariendom mitfeierten. Somit ging ein 340-jähriges segensreiches Wirken durch die Franziskanische Gemeinschaft zu Ende. Traurig verspüre ich die Parallele zu unserem Franziskanerkloster in Hermeskeil. 

 

Tief beeindruckt verabschiede ich mich von diesem Gnadenort mit der festen Überzeugung, hier nicht das letzte Mal gewesen zu sein. Vielleicht konnte ich Ihnen mit meinen Ausführungen das für mein Empfinden sehenswerte Gotteshaus etwas näherbringen. 

 

Wie wäre es, nach der erfolgreichen Bekämpfung des Corona-Virus in einer Wallfahrt zum Mariendom nach Neviges zu pilgern? Trotz der spürbaren Krisenstimmung sind derzeit auch zarte Knospen eines neuen Miteinanders zu erkennen. Dafür möchte ich Ihnen und nicht zuletzt auch Gott danken! 

 

Meine Verbundenheit gilt auch dem Wallfahrtssekretariat in Velbert, das mir dankenswerterweise tolle Fotos zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.  (Quelle das „Bildarchiv der Kath. Kirchengemeinde Maria, Königin des Friedens“;

 

weitere benutzte Quellen waren Wikipedia und Monumente Magazin für Denkmalkultur in Deutschland)

 

Rüdiger Glaub-Engelskirchen, Gemeindereferent

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