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Der Pfingstgottesdienst in Gusenburg findet vor der Kirche statt! 

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5. Tag Pfingstnovene

Frieden als Grundhaltung

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SOS Bolivien

SOS Bolivien – 2.000 Kinder und Jugendliche hoffen auf Ihre Hilfe

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Drucker - Aktion !!

Jugend im Bistum Trier unterstützt Euch...

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Familientelefon

Telefonische Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Erziehungspersonen

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Kirche in Züsch

Kirche in Züsch vom 25. - 29. Mai 2020 geschlossen, auch der Friedhof darf in dieser Zeit nicht betreten werden.

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4. Tag Pfingsnovene

Hass und Lüge etwas entgegensetzen

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3. Tag Pfingstnovene

Frieden beginnt im Kleinen

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Social Distancing ist nicht soziale Distanz

Warum wir mehr räumlichen Abstand und mehr soziale Nähe brauchen

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Sonntags-Impuls

Impuls von Diakon Andreas Webel zur Liturgie am Sonntag.

 

 

> 7. Sonntag der Osterzeit

Lesung: Joh 17,
In jener Zeit
   erhob Jesus seine Augen zum Himmel
und sagte:
   Vater, die Stunde ist gekommen.
Verherrliche deinen Sohn,
   damit der Sohn dich verherrlicht!
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben,
damit er allen, die du ihm gegeben hast,
   ewiges Leben schenkt.
Das aber ist das ewige Leben:
dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und den du gesandt hast, Jesus Christus.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht
und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir
   mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte,
   bevor die Welt war!
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart,
   die du mir aus der Welt gegeben hast.
Sie gehörten dir
und du hast sie mir gegeben
und sie haben dein Wort bewahrt.
Sie haben jetzt erkannt,
   dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gabst,
   habe ich ihnen gegeben
und sie haben sie angenommen.
Sie haben wahrhaftig erkannt,
   dass ich von dir ausgegangen bin,
und sie sind zu dem Glauben gekommen,
   dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich;
nicht für die Welt bitte ich,
sondern für alle, die du mir gegeben hast;
denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist,
   ist dein,
und was dein ist,
   ist mein;
in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt,
aber sie sind in der Welt
und ich komme zu dir.

 

 

Gedanken
Sie erinnern sich vielleicht noch an den Wahlzettel der letzten Europawahl.

Der Wahlzettel war über einen Meter lang.

Eine Vielzahl von Parteien, die sich zur Wahl gestellt hatten, waren darauf verzeichnet. Jede Partei mit einem anderen Programm – zumindest in einigen Aspekten -, ein buntes Bild von Meinungen, Vorschlägen und Ansichten über Europa, das menschliche Zusammenleben in der Welt, über Werte und die Politik.

So ist das bei den Menschen: die Ansichten über die Welt sind verschieden. Manchmal so verschieden, dass der Streit darüber heftig werden kann und manches nicht mehr vereinbar ist.

 

Wir müssen zugeben: so ist das auch in unserer Kirche – oder korrekter gesagt in unseren Kirchen. Viele Konfessionen mit vielen verschiedenen Deutungen und Ansichten darüber, wer Gott ist, was Kirche und wie Kirche sein soll. Manche  Kirchen haben sich in der Vergangenheit sogar mit Waffen bekämpft – manchmal grausam und unerbittlich. Denken sie an den 30-jährigen Krieg im Nachgang zur Reformation. Protestanten und Katholiken haben sich bis aufs Blut bekämpft. Der Hass und die Verletzungen wirken in der Spaltung der Konfessionen bis heute nach.

Als ob Jesus das damals schon geahnt hätte, als er sich, wie im Evangelium geschildert, von seinen Jüngern verabschiedete. „Ich will, dass ihr eins seid!“ sagt er ganz eindringlich immer wieder in seinem Abschiedsgebet.

Und doch gibt es immer wieder Streit und Auseinandersetzungen.

 

Was hat dieser Begriff „katholisch“, der ja auch in unserem Glaubensbekenntnis steht, schon alles angerichtet als Begriff der Abgrenzung. Bis heute sprechen viele evangelische Christen im Glaubensbekenntnis von der „christlichen“ anstatt der „katholischen“ Kirche.
Dabei hat das „katholische Kirche“ in unserem Credo zunächst nichts mit der katholischen Konfession zu tun. Als dieser Begriff im vierten Jahrhundert ins Glaubensbekenntnis kam, da gab es noch lange keine evangelische oder protestantische Konfession. Die entstand erst über 1000 Jahre später. „Katholisch“ bedeutet im Credo einfach nur weltumspannend. Und die Katholische Kirche, das war die Kirche auf der ganzen Welt, in all ihren Ausprägungen und Schattierungen.

 

Und wenn ich auf unsere katholische Kirche als Konfession schaue: auch die ist nicht so einheitlich und gleichförmig, wie man es immer meint. Sie ist bunt und vielfältig.

Da sind die afrikanischen Christen mit ihrer ganz anderen Art Gottesdienst zu feiern, als wir in Europa. Da sind die charismatischen Katholiken, die strengen traditionell glaubenden Katholiken und die sogenannten moderneren Katholiken mit ihrem neuen religiösen Liedgut oder die orthodoxen Christen, die mit Rom uniert sind.

Viele Schattierungen, viele Richtungen, aber alle sind sie katholisch – geeint unter einem Dach.

Und selbst unser Bistum Trier ist nicht einförmig, sondern vielfältig in den Ausprägungen und Meinungen. Im Streit um die Fortführung des synodalen Prozesses, in dem sogar die oberste Autorität in Rom angerufen wurde, kommt das deutlich zum Ausdruck.

 

Vielleicht hat Jesus es damals schon geahnt, wie sich seine Kirche entwickeln wird. Viele verschiedene Richtungen und Ausprägungen – viele Konfessionen und Glaubensrichtungen.

Was uns alle zusammenhält, das ist die Liebe.  Jesus sagt: „Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben und sie haben dein Wort bewahrt.“ In dieser Liebe gehören alle Christen des Weltkreises zu Jesus und zu Gott: in ihm und seiner Liebe sind sie alle eins. Von diesem einen Geist, dem Heiligen Geist, sind sie erfüllt und in diesem Geist gehören sie zusammen. In diesem einen Geist der Liebe sind alle Teil des Katholikos, – des christlichen Erdkreises – die sich zu Gott und seinem Sohn Jesus Christus bekennen und aus seinem Geist heraus leben.

Amen.

 

 

Fürbitten

 

Herr Jesus Christus,
deine Liebe zu den Menschen war vollkommen.

Deshalb soll auch uns die Liebe zu unseren Mitmenschen nicht halbherzig,

sondern ganz erfüllen und unser Leben bestimmen.

Dich bitten wir:

 

m Um große Weite in unserem Herzen,
damit wir niemanden von unserer Liebe ausschließen.
Christus, höre uns …

m Um Geduld und Ausdauer mit Menschen,
die unser Leben belasten.
Christus, höre uns...

m Um Fairness und Versöhnungsbereitschaft in Auseinandersetzungen auch innerhalb unserer Kirche.
Christus, höre uns ...

m Um offene Augen für Menschen in Not
und für Leid, das wir beseitigen könnten.
Christus, höre uns ...

m Um Offenheit und Wohlwollen gegenüber Menschen,
für die wir keine Sympathie empfinden.
Christus, höre uns ...

m Um die Kraft, Sterbenden in guter Weise beizustehen.
Christus, höre uns ...

Herr Jesus Christus,
du kommst mit deiner Liebe und deinem grenzenlosen Wohlwollen immer neu auf uns zu.
Dir vertrauen wir uns an, damit wir in der Begegnung mit dir in unserer Liebe wachsen und erstarken.
Dank und Lobpreis sei dir, der du uns trägst in deiner Liebe.

Amen.

 

Vaterunser

 

Gebet des Bischofs in Zeiten der Pandemie

> Christi Himmelfahrt

Evangelium: Mt 28, 16 - 20

In jener Zeit
   gingen die elf Jünger nach Galiläa
   auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen,
   fielen sie vor ihm nieder,
einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu
und sagte zu ihnen:
   Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht
   und macht alle Völker zu meinen Jüngern;
tauft sie
   auf den Namen des Vaters und des Sohnes
   und des Heiligen Geistes

und lehrt sie,
   alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
Und siehe,
ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Gedanken

Das Gefühl allein gelassen zu sein, ist ein furchtbares Gefühl. Menschen, die einen Lebenspartner nach vielen gemeinsamen Jahren verlieren, können ein Lied davon singen. Ähnlich muss es den Aposteln nach dem Tod Jesu gegangen sein. Enttäuschung, Trauer, vielleicht sogar Zorn wird sie gequält haben. Bei den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus konnte man das ganz deutlich erleben. All das, was geschehen war, lag wie eine dunkle Decke über ihrem Leben.
In solchen Situationen können letzte Erinnerungen oder Worte hilfreich und tröstend sein.
Letzte Worte berühmter Personen werden oft und gern zitiert, wenn man etwas Wesentliches zu diesen Personen sagen möchte. Letzte Worte enthalten oft wichtige Erinnerungen und Hinweise für die Zukunft.
Und so ist es auch mit dem letzten Satz des Matthäusevangeliums. Er enthält eine Botschaft Jesu, die tröstlicher nicht sein könnte: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“
Es ist die gesamte Botschaft Jesu, die in diesem letzten Satz des Matthäusevangeliums mitschwingt: „Auch, wenn ich physisch nicht mehr bei euch bin, meine Liebe zum Vater und zu euch überwindet den Tod. Ich bin immer da, bei euch.“ Es klingt auch die Selbstoffenbarung Gottes im Buch Exodus mit an, als er dem Mose aus dem brennenden Dornbusch heraus seinen Namen offenbart: Ich bin der „Ich bin da“.
Es ist ein Gott, der den Kontakt zu uns will und ihn sucht. Wir brauchen uns ihm nur zu öffnen, mit ihm zu rechnen in unserem Leben. Dann werden wir seine Nähe erfahren und spüren können.
Im Matthäusevangelium sagt Jesus sein letztes Wort auf einem Berg in Galiläa. Dorthin hatte er sie gesandt. Galiläa: das ist der Ort, von dem die Jünger herkamen, ihr Heimat, wo sie den Alltag mit Jesus verbracht hatten.
In diesen Alltag schickt Jesus sie wieder zurück – dort will er bei ihnen sein. Dort sollen sie alle Menschen zu seinen Jüngern und Jüngerinnen machen, indem sie mit ihm im Herzen seine Botschaft weitersagen.
Jesus lässt uns nicht allein. An Pfingsten werden wir die Herabkunft des Heiligen Geistes feiern. An diesem Tag wird Petrus in der Lesung sagen: “Jesus, den ihr ans Kreuz geschlagen habt, er ist nicht tot – er lebt.“

Wir, die Gläubigen und die ganze Kirche können uns darauf verlassen, dass Christus immer in ihrer Mitte sein und sie nicht allein lassen wird.

In dieser Trostbotschaft liegt aber auch ein Auftrag: wir haben die Aufgabe diese Liebesbotschaft Gottes weiterzutragen, dort wo wir leben und vor allem wie wir leben.
Dasein mit dem liebenden Blick Jesu und achtsam, wo dieses Da- und Mit-sein gebraucht wird.

Amen.

 

 

 

Fürbitten:

Herr Jesus Christus,

du bist der in den Himmel erhöhte Herr.

Dir vertrauen wir all unsere Nöte an.
Wir bitten dich:

 

m Wir beten für den Papst und die Bischöfe,
dass sie die Zeichen der Zeit erkennen
und dort Neues wagen, wo du neues Leben aufbrechen lässt.
Dass der synodale Weg unserer Kirche von Trier weitergehen kann zum Wohl der Menschen in unseren Gemeinden.
Herr, Jesus Christus:

m Wir beten für alle, die sich Sorgen um die Zukunft der Kirche machen.
Schenke ihnen den Mut, Überlebtes loszulassen
und aus der Kraft des Heiligen Geistes neue Wege zu gehen.
Herr, Jesus Christus:

m Wir beten für alle, die in diesen schwierigen Zeiten der Pandemie Angst vor der Zukunft und dem Verlust der Existenz haben müssen. Schenke ihnen Zuversicht aus der Gewissheit, dass du immer bei uns bist und mit uns gehst.
Herr, Jesus Christus:

m Wir beten für die Menschen in den Ländern Lateinamerikas, die derzeit besonders unter der Corona-Pandemie leiden.
Herr, Jesus Christus:

m Wir beten für unsere verstorbenen Angehörigen und Freunde.
Schenke ihnen neues Leben in der anderen Welt,
in die du uns vorausgegangen bist.
Herr Jesus Christus:

Du, Herr, bist heimgekehrt zum Vater
und bist immer in Sorge um uns.
Dich preisen wir und dir danken wir
jetzt und in Ewigkeit. Amen.

 

 

Vaterunser

Gebet des Bischofs in Zeiten der Pandemie

> 6. Sonntag der Osterzeit

Lesung: 1 Petr 3, 15-18

 

Schwestern und Brüder!
Heiligt in eurem Herzen Christus, den Herrn!
Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen,
   der von euch Rechenschaft fordert
   über die Hoffnung, die euch erfüllt;
antwortet aber bescheiden und ehrfürchtig,
denn ihr habt ein reines Gewissen,
damit jene,
   die euren rechtschaffenen Lebenswandel in Christus
   in schlechten Ruf bringen,
   wegen ihrer Verleumdungen beschämt werden.
Denn es ist besser, für gute Taten zu leiden,
   wenn es Gottes Wille ist,
   als für böse.
Denn auch Christus ist der Sünden wegen
   ein einziges Mal gestorben,
ein Gerechter für Ungerechte,
   damit er euch zu Gott hinführe,
nachdem er dem Fleisch nach zwar getötet,
   aber dem Geist nach lebendig gemacht wurde.

  

Gedanken:

 

Zur heutigen Lesung aus dem ersten Petrusbrief habe ich eine besondere Beziehung. Als ich 1984,  gemeinsam mit 14 weiteren Diplomtheologen im Trierer Dom von Bischof Spital zum Dienst des Pastoralreferenten beauftragt wurde, hatten wir einen Vers aus dieser Lesung über unsere Beauftragungsfeier gesetzt: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.“ Wir haben diesen Satz als Hinweis, ja sogar als Auftrag, verstanden, wie wir unserem Dienst als Seelsorgerinnen und Seelsorger im Bistum Trier gerecht werden wollten. Noch heute begleitet mich dieser Vers.

Gerade heute, in den Entwicklungen, die in unserer Gesellschaft und in unserer Kirche vor sich gehen, ist er für mich immer noch ein wesentlicher Satz.
Er stellt mir ja schließlich die Frage danach, was Kirche eigentlich ist und warum ich möchte, dass diese Kirche lebt, trotz aller Zweifel und (manchmal berechtigten) Kritik an ihr.

Kirche soll für mich ein Ort der Hoffnung sein. Ein Ort der Hoffnung, dass es mehr gibt im Leben gibt als den Status Quo. Gerade jetzt, in der Zeit der Corona-Pandemie erleben wir diesen Aspekt unseres Lebens. Wir erleben, dass es nicht nur um praktisches und technisches Überleben geht (eigentlich schon viel zu hoch gegriffen für die Situation der meisten von uns). Das soziale Miteinander der Menschen ist wichtig und wesentlich. Das wird uns immer deutlicher, je länger der Zwang zur sozialen Distanzierung bestehen bleibt. Mir  persönlich fehlen die sozialen Kontakte auch in unserer Gemeinde sehr, die Erfahrung von Gemeinschaft in Gruppen oder im gottesdienstlichen Feiern. Letztendlich fehlt ein gutes Stück des Teilens unserer gemeinsamen Hoffnung. Auch Internetkontakte, Homepages und Lesepredigten können das nicht ganz ersetzen. Unser Glaube lebt von und in menschlichen Beziehungen. Hoffnung, Zuversicht, Mut – all das wird weitergegeben durch ein gutes Wort, einen freundlichen Blick, eine Geste der Zuwendung.
„Papier ist geduldig.“ Sagen wir manchmal; und ich glaube das Internet ist noch viel geduldiger. Wir müssen aneinander erleben, ob der andere es Ernst meint mit dem, was er glaubt, sagt und tut. Wir müssen sehen und erleben, dass Denken, Reden und Tun miteinander übereinstimmen.
„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.“ Dieser Vers ist mir wichtig geblieben bis heute. Aber immer mehr ist mir der voranstehende Vers im Laufe der Zeit mit in den Blick gekommen: „Heiligt in eurem Herzen Christus, den Herrn!“
Die Hoffnung, die uns trägt liegt in Jesus Christus begründet. Sie gründet eben auch in einer Beziehung. Sie gründet in der Beziehung zu Christus, den ich erlebe in den Worten der Bibel, in der Gemeinschaft der Gemeinde und in dem Geist Gottes, der mich immer wieder ansprechen und erfüllen will. 
Und es geht dann in unserer Kirche nicht darum, andere mit Normen und Gesetzen zu konfrontieren oder sie auf die Einhaltung bestimmter Lebensweisen einzuschwören. Es geht darum, in aller Demut und Bescheidenheit – so steht es im Petrusbrief – die Hoffnung zu teilen die mich trägt. Humorvoll hat es Papst Franziskus in einer Predigt aus dem Jahr 2013 einmal ausgedrückt: „Verkündigt das Evangelium, … und wenn es nötig sein sollte, dann auch mit Worten!“

 

Ein kleiner Text des verstorbenen Limburger Bischofs, Franz Kamphaus, sagt es folgendermaßen:

„Haben wir Gott nötig? Die Frage ist nicht aus der Luft gegriffen. Mancher denkt: "Eigentlich nicht nötig ... Die Sonne scheint auch ohne Gott, das Bier schmeckt auch ohne Gott, und der Rubel rollt auch ohne Gott. Ich brauche Gott nicht.”
In der Tat, Gott ist nicht nötig wie Geld und Bier. Wer Gott für sein Fortkommen gebrauchen will, geht leer aus. Meister Eckhart sagt: "Manche Menschen wollen Gott mit den Augen ansehen, mit denen sie eine Kuh ansehen. Sie wollen Gott lieben, wie sie eine Kuh lieben. Die liebst du wegen der Milch und des Käses und deines eigenen Nutzens. So halten's alle jene Leute, die Gott um des äußeren Reichtums oder des inneren Trostes willen lieben. Die aber lieben Gott nicht recht, sondern sie lieben ihren Eigennutz.” Gott lässt sich von uns nicht gebrauchen wie Käse und Milch. Er möchte uns auf jener anderen Ebene begegnen, die uns sagen lässt: ,Ohne dich will ich nicht leben; nicht weil ich etwas von dir haben muss, sondern weil du du bist.
Ahnen Sie, was Pfingsten ist? Heiliger Geist? Geist ist Gabe. Der Heilige Geist ist nicht ein Ding, das ich gebrauchen kann wie Käse und Milch. Ich kann ihn auch auf frommem Wege nicht machen. Es gibt keine kirchlichen Fabriken, die ihn produzieren. Wir sind weder Macher noch Verbraucher des Geistes. Aber wir dürfen ihn empfangen: "Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
Eigentlich nicht nötig? Gottes Geist ist so nötig, wie die Liebe nötig ist. "Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe.”

 

Der Geist lebt in und durch die lebendige Beziehung zwischen Mensch und Mensch und zwischen Mensch und Gott.
Deshalb freue ich mich darauf, wenn Begegnungen wieder ganz spontan und vor allem real wieder möglich sein werden.

 

Fürbitten

Jesus verheißt den Seinen den Geist der Wahrheit und der Liebe.
In diesem Geist beten wir zu Gott in den Nöten unserer Tage:

 

Beten wir für die Christinnen und Christen, die anderen ein Vorbild sind.
Für gläubige Menschen, die wegen ihrer Lebensweise angefeindet werden.
Denken wir auch an jene, die an den eigenen moralischen Ansprüchen scheitern.
Sende aus deinen Geist

 

Wir beten für alle verunsicherten Menschen.
Wir denken an jene, die in diesen Tagen nach einfachen Wahrheiten suchen
und die sich von Verschwörungstheorien und falschen Nachrichten in die Irre führen lassen.
Sende aus deinen Geist

 

Wir beten für die Männer und Frauen, die vor ihrer Zukunft Angst haben.
Für die vielen in Kurzarbeit und alle, die arbeitslos geworden sind.
Für Unternehmer und Unternehmerinnen, die ihre Betriebe aufgeben müssen.
Sende aus deinen Geist

 

Wir beten für die Pflegekräfte und alle,
die sich in den Krankenhäusern, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen
für das Wohl der ihnen anvertrauten Menschen einsetzen.
Für alle, die von schlechten Arbeitsbedingungen belastet sind.
Sende aus deinen Geist

 

Wir denken an die Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer.
Für alle, die sich zur Zeit an einen neuen Schulalltag gewöhnen.
Für die Kinder, die weiterhin zuhause bleiben müssen,
und ihre Eltern, die sie betreuen.
Sende aus deinen Geist

 

Beten wir für die Bürgerinnen und Bürger in Israel und für ihre neue Regierung.
Für alle, die eine friedvolle Zukunft im Heiligen Land mitzugestalten versuchen.
Sende aus deinen Geist

 

Wir beten für alle Opfer von Gewalt
und denken besonders an die Toten und Verletzten
beim Anschlag auf die Geburtsklinik in Kabul.
Sende aus deinen Geist

 

Guter Gott, du sendest deinen Geist des Trostes und der Zuversicht allen,
die dich darum bitten.
Darum danken wir dir jetzt und in Ewigkeit. Amen.

 

Vater unser

 

Gebet des Bischofs in Zeiten der Pandemie

> 5. Sonntag der Osterzeit

Evangelium:  Joh 14, 1 - 12

In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern:
Euer Herz lasse sich nicht verwirren.
Glaubt an Gott und glaubt an mich!
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.
Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt:
   Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?
Wenn ich gegangen bin
   und einen Platz für euch vorbereitet habe,
   komme ich wieder und werde euch zu mir holen,
   damit auch ihr dort seid, wo ich bin.
Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr.
Thomas sagte zu ihm:
   Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst.
Wie können wir dann den Weg kennen?
Jesus sagte zu ihm:
   Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen.
Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.
Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater;
das genügt uns.
Jesus sagte zu ihm:
   Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus?
Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.
Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?
Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist?
Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst.
Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke.
Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist;
wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke!
Amen, amen, ich sage euch:
Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen
und er wird noch größere als diese vollbringen,
denn ich gehe zum Vater.

 

Gedanken

 

„Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“  Diese Worte stehen am Beginn der ersten Abschiedsrede Jesu im Johannesevangelium. Es wurde geschrieben etwa ein halbes Jahrhundert nach Jesu Tod und Auferstehung. Der Tempel in Jerusalem war inzwischen von den Römern zerstört worden. Das jüdische Reich gab es nichtmehr. Und die Christen, die auf die Wiederkunft Jesu warteten wurden vom römischen Kaiser verfolgt. In dieser Situation, in der die erste Begeisterung für Jesus und seine Botschaft hart auf die Probe gestellt wurde, in der die Fragen und Zweifel wuchsen, ob Jesu Botschaft das Leben überhaupt tragen kann, möchte der Evangelist seiner Gemeinde Mut machen. Er möchte ihnen Kraft geben durchzuhalten und der Botschaft Jesu treu zu bleiben.
Vielleicht ist es auch das Gefühl der Heimatlosigkeit, das die Christen dieser Zeit prägte. Sie waren keine Juden mehr, aber sie waren auch keine Griechen oder Römer. Wo waren sie beheimatet und wo gehörten sie letztendlich hin?
Dabei geht es nicht so sehr um die vier Wände und das Dach über dem Kopf, das jeder Mensch braucht und das auch wichtig ist. Bei einer diakonischen Führung durch Hamburg zeigte uns unser Führer einige Obdachlose auf der Straße und meinte in Hamburg lebten im Sommer etwa 8000 Menschen als Obdachlose. Für sie ist eine Wohnung etwas, das Überleben bedeutet. Aber Wohnung – Heimat – bedeutet mehr.

Es ist ein Gefühl, das viele Menschen auch heute wieder gut nachvollziehen können, das Gefühl heimatlos zu sein, keine innere Basis zu haben, auf der ich stehe und von der aus ich mein Leben gestalten kann. Geistlich und geistig eine Heimat zu haben, eine innere Mitte, das ist lebenswichtig für uns Menschen. Es gibt uns Halt und Standfestigkeit im Leben, gibt uns Kraft du Stärke, unser Leben zu gestalten.

Und Jesus bietet seinen Jüngern – und uns – in dieser Abschiedsrede solch ein Zuhause, solch eine Wohnung an, die mehr ist als nur ein Dach über dem Kopf. Er bietet uns eine Wohnung an, die echte Heimat sein kann, eine echte Mitte für unser Leben.

Wir können diese Heimat finden, wenn wir uns an ihm, an seinen Worten und vor allem an seinem Leben und Sterben orientieren. Er ist der Weg zu dieser Heimat. Denn diese Heimat ist kein Ort, kein materielles Haus. Es ist die Geborgenheit in der Liebe des himmlischen Vaters. Eine unendliche Kraftquelle für unser Leben, eine Heimat, die uns tragen kann, wenn nichts anderes mehr unser Leben trägt. Den Weg zu dieser Heimat finden können wir, wenn wir auf Jesus schauen. In seinem Wesen können wir Gott entdecken und erkennen. Jesus Christus ist gewissermaßen das „weltliche“, das „menschliche“ Bild Gottes für uns. Er und der Vater sind eins.

Wenn wir ihm nachfolgen, seinen Weg selbst zu gehen versuchen - Jesus sagt: wenn wir an ihn glauben, – dann kommen wir dieser Heimat näher, weil wir sie gewissermaßen schon in uns tragen. Ja, das Vertrauen in Jesus gibt uns die Kraft, die Werke zu vollbringen, die er vollbracht hat, ja sogar noch größere.

Ein unglaublicher Zuspruch, der mir Mut macht, mir hilft durchzuhalten, wenn der Weg schwierig wird und auch schon mal Zweifel auftauchen. Eine Heimat, die mich trägt und mir leben hilft auch in stürmischen Zeiten des Lebens.

 

 

 

 

Fürbitten

 

In unseren eigenen Herausforderungen und den Nöten der ganzen Welt
sind wir berufen, an das Leben zu glauben.  
Wir wollen uns und unser Herz nicht verwirren lassen
und beten voll Vertrauen:

Für alle Verantwortlichen,
die in diesen Tagen weitreichende Entscheidungen treffen müssen.
Für alle, die rund um die Uhr Schutzkonzepte umsetzen
und sich in ihrem alltäglichen Tun an neue Abläufe gewöhnen müssen.
Für Einzelhändler, für Schul- und Kita-Leitungen und ihre Mitarbeiterinnen
und für alle Menschen im öffentlichen Dienst.
Du, Gott des Lebens.

 

Für alle Eltern und Kinder, die durch die aktuelle Situation schwer belastet sind.
Für die Kinder, die zu Hause lernen sollen und denen Unterstützung fehlt.
Du, Gott des Lebens.

 

Für die Eltern, die Existenznöte erleben,
und für alle, die jetzt besonders unter Aggression und Gewalt leiden.
Du, Gott des Lebens.

 

Für alle, die sich eine neue Normalität erhoffen.
Für die Menschen, die sich durch die Grenzöffnungen wieder begegnen können,
und für Nachbarinnen und Nachbarn, die immer noch durch Grenzen getrennt sind.
Du, Gott des Lebens.

 

Für alle, die Freundinnen und Freunde wiedersehen;
für Menschen und Gemeinden, die wieder gemeinsam Eucharistie feiern können.
Du, Gott des Lebens.

 

Für alle Menschen, die den zweiten Weltkrieg erlebt haben.
Für die, die in diesen Tagen besonders an das Kriegsende erinnern
und Frieden und Gerechtigkeit für Europa und die ganze Welt fordern.
Für alle Menschen in den aktuellen Kriegs- und Krisengebieten der Welt.
Du, Gott des Lebens.

 

Für alle, die ausgerechnet in diesen Tagen ein neuer Antisemitismus bedrückt;
für Menschen, die falschen „Nachrichten“ ausgeliefert sind
und Hassreden und Verschwörungsgeschichten hören oder ihnen glauben. Du, Gott des Lebens.

 

Guter Gott, durch deinen Sohn zeigst du uns,
wie Leben selbst im Tod gelingen kann.
Für diese Hoffnung danken wir dir
heute und alle Tage unseres Lebens und in Ewigkeit.
Amen.

 

Vater unser

Gebet des Bischofs in Zeiten der Pandemie

> 03.05.2020 4. Sonntag der Osterzeit

Evangelium:  Joh 10,1-10

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:

In jener Zeit sprach Jesus:
Amen, amen, ich sage euch:
Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht,
   sondern anderswo einsteigt,
   der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht,
ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter
und die Schafe hören auf seine Stimme;
er ruft die Schafe,
   die ihm gehören, einzeln beim Namen
   und führt sie hinaus.
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat,
geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm;
denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber werden sie nicht folgen,
sondern sie werden vor ihm fliehen,
   weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus;
   aber sie verstanden nicht den Sinn dessen,
   was er ihnen gesagt hatte.
Weiter sagte Jesus zu ihnen:
Amen, amen, ich sage euch:
   Ich bin die Tür zu den Schafen.
   Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber;
   aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
Ich bin die Tür;
   wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden;
er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Der Dieb kommt nur,
   um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten;
ich bin gekommen, damit sie das Leben haben
   und es in Fülle haben.

 

Gedanken:

An unserer Hermeskeiler Tafel wird jedem Tafelkunden eine Nummer zugeteilt. Die steht auch auf seiner Berechtigungskarte. Nach dieser Nummer wird der Einlass zur Tafel geregelt, damit die Ausgabe gut ablaufen kann. Wenn ich Dienst habe und an der Rezeption dann nach der Nummer frage und anschließend dann den Namen nenne, kommt oft ein Lächeln zurück. Die Anrede mit dem Namen ist wichtig, denn sie besagt dem Gegenüber: ich kenne dich, ich nehme dich als Person wahr. Und das ist bei Menschen, die in unserer Gesellschaft oft nicht mehr deutlich wahrgenommen, manchmal sogar an den Rand gedrängt werden, lebenswichtig. Und wenn ich dann nach einiger Zeit den ein oder anderen Namen weiß, ohne in die Liste zu schauen, dann öffnet sich das Gegenüber manchmal und beginnt zu erzählen, von der kranken Mutter, von den eigenen Sorgen und Nöten, von den Steinen, die auf dem eigenen Leben liegen. Mit Namen ansprechen signalisiert: „Ich kenne dich!“ Und es mit offenem Blick und freundlich zu tun signalisiert: „Du bist mir jetzt wichtig! Du selbst bist gemeint.“ Das schaftt Beziehung und Vertrauen.

Im heutigen Evangelium da sagt Jesus, der gute Hirte: die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.“
Er betont: der gute Hirte kennt die Seinen und die Seinen kennen ihn.
Schon bei unserer Taufe spielt der Name eine wichtige Rolle: Es heißt nicht einfach nur: „Kind, ich taufe dich …“ oder gar „Christ Nr. xxx“. Es wird vielmehr der Name genannt und der Täufling mit diesem Namen angesprochen.
Von Hub Oosterhuis gibt es ein Verabschiedungsgebet für Verstorbene. Darin heißt es:

„Brüder und Schwestern. um diesem Menschen
die letzte Ehre zu geben,
um seinem Leben und Sterben gerecht zu werden,
stehen wir hier an seinem Sarg./seiner Urne

Wir richten unsere Augen auf das Kreuz Jesu Christi,
und in tastendem Glauben sprechen wir aus:
dies ist das Ende nicht,
und unser Gott ist ein Gott der Lebenden.

Mehr als sein Leib
ist uns der Name dieses Menschen geblieben‑
… (der Taufname wird genannt)
Diesen Namen sprechen wir hier aus,
nennen ihn mit Ehrfurcht und Zuneigung und bitten:

Herr, Gott, erinnere dich seines Namens,
den er/sie von Menschen empfangen hat,
in dem man ihn/sie kennt
auch nach seinem/ihrem Tode,

der Name, den du geschrieben hast in die Fläche deiner Hand.“
Deshalb schreiben wir sogar auf unsere Gräber noch den Namen dessen, der dort seine letzte Ruhe gefunden hat. Der Name soll nicht vergessen werden.

Der gute Hirt kennt die Namen jedes einzelnen und ruft jeden beim Namen. Jeder einzelne ist ihm wichtig, jeden einzelnen liebt der gute Hirte – mit all dem, was mit diesem individuellen Namen verbunden ist. Zum Namen gehört auch all das, was wesentlich ist für diesen Menschen, das Leben mit seiner ganzen wechselvollen Geschichte. Und dieser Hirte, Jesus,  möchte, dass alle das Leben haben – und zwar das Leben in Fülle. 
Dies alles macht mir diese Zeit der Corona-Krise mit all ihren Folgeerscheinungen deutlich bewusst.

Jesus setzt dem sein Bild des guten Hirten entgegen – und er füllt dieses Bild mit seinem eigenen Leben, Sterben und Auferstehen. Diesem Hirten können wir wirklich unser Vertrauen schenken!
Amen.

Fürbitten:

Jesus Christus ist der gute Hirte.
Er sammelt und führt die Menschen und verheißt uns und allen Leben in Fülle.
So dürfen wir in unseren Anliegen zu ihm beten:

 

Für alle Menschen, deren Leben aus den Fugen geraten ist

und denen nun Orientierung und Halt fehlen.

Jesus, du guter Hirte:

 

Für die Menschen, die in Lebensberatungsstellen und Seelsorge
und im Alltag anderen zuhören und ihnen helfend zur Seite stehen.
Jesus, du guter Hirte:

 

Für die Frauen und Männer,
die infolge der Corona-Pandemie von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit betroffen sind.
Jesus, du guter Hirte:

 

Für alle, die jetzt verstärkt nach fairen Lösungen für den Arbeitsmarkt suchen
und für gerechte und angemessene Bezahlung sorgen können.
Jesus, du guter Hirte:

 

Für die Politikerinnen und Politiker, deren Entscheidungen weitreichende Folgen haben. Für alle, die sich auch weiterhin um ein solidarisches Miteinander
und angemessene Lockerungen bemühen.
Jesus, du guter Hirte:

 

Für alle Menschen, deren Leben durch Covid19 oder andere schwere Krankheiten bedroht ist.
Für alle, die in Medizin und Wissenschaft nach Medikamenten und Impfstoffen forschen, die zur Heilung dienen.
Jesus, du guter Hirte:

 

Für die Christinnen und Christen,
die in dieser Krisenzeit in Freude und Entschiedenheit ihren Glauben bezeugen -
in physischem Abstand und innerer Nähe zu den Menschen.
Jesus, du guter Hirte:

 

Wir beten besonders für junge und ältere Menschen, die eine Geistliche Berufung spüren und diesem Ruf von Gott folgen möchten;
für alle, die sich auf einen Dienst in der Kirche vorbereiten.
Jesus, du guter Hirte:

 

Jesus Christus, du rufst uns Tag für Tag neu, dir zu folgen;
du begleitest unsere Wege.
Dafür danken wir dir und preisen dich
mit Gott, dem Vater und dem Heiligen Geist
heute, alle Tage unseres Lebens und in Ewigkeit. Amen.

 

Vater unser

Gebet des Bischofs in Zeiten der Pandemie

> 25.04.2020 3. Sonntag der Osterzeit

Evangelium: Joh 21,1-19


In jener Zeit
   offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal,
   am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.
Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus,
   Natanaël aus Kana in Galiläa,
   die Söhne des Zebedäus
   und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.
Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen.
Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit.
Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot.
Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.
Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.
Jesus sagte zu ihnen:
   Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?
Sie antworteten ihm: Nein.
Er aber sagte zu ihnen:
   Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus
   und ihr werdet etwas finden.
Sie warfen das Netz aus
   und konnten es nicht wieder einholen,
so voller Fische war es.
Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus:
   Es ist der Herr!
Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei,
   gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war,
und sprang in den See.
Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot
   - sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt,
   nur etwa zweihundert Ellen -
und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.
Als sie an Land gingen,
   sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer
   und darauf Fisch und Brot liegen.
Jesus sagte zu ihnen:
   Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!
Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land.
Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt,
und obwohl es so viele waren,
   zerriss das Netz nicht.
Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst!
Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du?
Denn sie wussten, dass es der Herr war.
Jesus trat heran,
nahm das Brot und gab es ihnen,
ebenso den Fisch.
Dies war schon das dritte Mal,
   dass Jesus sich den Jüngern offenbarte,
   seit er von den Toten auferstanden war.

Gedanken

Liebe Schwestern und Brüder,


nun ist es schon der fünfte Sonntag in Folge, an dem wir Gottesdienstnur über die Medien feiern können. Dabei sind Gottesdienste so extrem wichtig für eine kirchliche Gemeinschaft. Schließlich hat Jesus gesagt: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Und im Evangelium des Ostermontag haben wir von den Jüngern gehört, die Jesus beim Brotbrechen erkannt hatten. Gottesdienst – vor allem auch die Eucharistie – ist ein wichtiger Ort der Gotteserfahrung. In ihr wird das „Geheimnis des Glaubens“, der Tod und die Auferstehung Jesu Christi, in die Mitte der Gemeinschaft gestellt und gegenwärtig in Brot und Wein. In der heiligen Eucharistie kommen wir Jesus ganz nahe oder sagen wir besser: er selbst kommt uns ganz nahe in den Gestalten von Brot und Wein. Er begibt sich selbst in die Mitte unserer Gemeinschaft. Er stärkt jeden Einzelnen von uns und formt unsere Gemeinschaft in den Gemeinden, gibt ihr eine Mitte. Aber heißt das, dass wir ohne die Erfahrung von Christus leben müssen, wenn uns der Gottesdienst, vor allem die Eucharistiefeier, fehlt?
Im heutigen Evangelium erfahren wir, dass das nicht so ist.


Jesus kommt dorthin, wo die Menschen sind, in ihren Alltag, den Alltag der Fischer am See Genesareth. Und er kommt nicht nur zu den erfolgreichen, den Glücklichen. Im Evangelium kommt er gerade zu den erfolglosen, den frustrierten und enttäuschten. Eine ganze Nacht haben sie auf dem See verbracht und immer wieder die Netze ausgeworfen. Nichts haben sie gefangen. Ihre Netze sind leer geblieben.


Jesus kommt zu ihnen und macht ihnen Mut: gebt nicht auf, probiert es nochmal – aber anders. „Werft die Netze auf der rechten Seite aus und ihr werdet etwas finden!“ Eröffnet euch neue Möglichkeiten. Das ist es, was ich an vielen Orten und in vielen Situationen erlebe: Menschen hören nicht einfach auf und warten frustriert ab: sie sind kreativ und probieren neue Möglichkeiten aus, das zu bewahren, was wichtig ist für unser Leben und unsere Gemeinschaft. Es war toll zu erleben, dass Vor dem Osterfest Kinder kleine Osterkerzen gestaltet haben für die Kranken unserer Pfarrei. Wir konnten diese mit einem Gruß weitergeben an die Menschen, die derzeit auf die Hauskommunion verzichten müssen. Auch das war sicher eine Form der „Kommunion“, der Gemeinschaft. Das bedeutet das lateinische Wort Communion nämlich. Es war ermutigend, wie viele Menschen sich für die alternative Lebensmittelausgabe im Pfarrhaus eingesetzt haben mit Geld oder Lebensmittelspenden, um bedürftige Menschen trotz der Tafelschließung  zu unterstützen. Auch das eine Form von Kommunion.


Sicher, vieles davon ist auch Aktivismus, vieles wird, wenn die Zeiten wieder „normaler“ werden, wieder verschwinden. Manches wird hoffentlich auch bleiben als eine neue Entdeckung, die unser Leben bereichert und die Gemeinschaft zusammenhält.


Jesus sagt: „Fahrt wieder hinaus und werft die Netze neu aus, aber anders.“ Die Jünger machen die Erfahrung, dass ihre Netze danach reichlich gefüllt sind. Vielleicht ja auch wir heute.


Vielleicht entdecken wir neu und intensiver den Jesus, der mitten in unseren Alltag kommt, der dabei ist – was immer wir auch tun und wo immer wir auch sind. Vielleicht entdecken wir den Jesus, der uns Kraft gibt für diesen so manches Mal mühseligen Alltag. Vielleicht entdecken wir sogar den Jesus, der mit uns gemeinsam Mahl hält – Communio feiert – bei uns zuhause am Mittagstisch. Er möchte mit dabei sein, so wie bei den Jüngern am See.


In den Medien, sogar in Werbungen, fällt derzeit immer wieder der Ausdruck: „in dieser so besonderen Zeit“. Manchmal möchte ich diesen Ausdruck nicht mehr hören: Ist diese Zeit denn so besonders? Eigentlich ist sie doch nur anders. Vielleicht gibt sie uns neu die Möglichkeit,  mit veränderter Perspektive auf unseren Alltag zu schauen und den Reichtum zu entdecken, der uns darin schon geschenkt ist.

 

Amen.

 

Fürbitten

In Zeiten der Krise sind auch wir manchmal wie mit Blindheit geschlagen.
Wir wollen unsere Augen öffnen für die Menschen in Not
und sie dem Gott des Lebens anvertrauen:

  • Für die an Covid19 Erkrankten
    und für diejenigen, die um ihr Leben kämpfen.
    Für alle, die in Medizin und Pflege tätig sind.

 

  • Für Forscherinnen und Forscher und alle,
    die Entscheidungen treffen müssen
    in Politik, Verwaltung und Unternehmensleitungen.

 

  • Für alle, die weiterarbeiten im Einsatz für andere.
    Für alle, die die Arbeit wieder aufnehmen können.
    Für alle, die weiterhin von Beschränkungen existenziell betroffen sind.
    Für die Feuerwehr-Männer und -Frauen, die bei Tschernobyl und anderswo
    Moor- und Waldbrände bekämpfen.

 

  • Für die Abiturientinnen und Abiturienten
    und für alle Schülerinnen und Schüler,
    die wieder zur Schule gehen können.
    Für alle, für die weiterhin nur Homeschooling möglich ist.

 

  • Für die Erkrankten und die von Corona Betroffenen
    in Ländern mit mangelnder staatlicher Hilfe.
    Für Menschen auf der Flucht oder in überfüllten Lagern.

 

  • Für die Besorgten und für die Sorglosen,
    für die Ungeduldigen und für die Mahnerinnen und Mahner,
    für die Überforderten und für die Gelangweilten.
    Für Norbert Blüm und alle, die um ihn trauern.

 

  • Für die Einsamen,
    für alle, die Nähe vermissen,
    für alle, die nicht wagen, um Hilfe zu bitten.
    Für alle, die Begleitung und Beistand bieten – so, wie es möglich ist.

 

  • Für unsere muslimischen Nachbarn
    und für alle, die unter vielen Einschränkungen den heiligen Fastenmonat Ramadan feiern.
    Für alle, die an den einen Gott glauben;

 

  • für alle, die aktiv Frieden suchen und stiften - auch zwischen den verschiedenen Religionen.

 

  • Eigentlich würde unser Bistum in diesen Tagen die Heilig Rock-Tage feiern.
    Wir beten für alle, die sich der Kirche von Trier verbunden wissen
    und die beten und handeln, damit Gott zusammenführt, was getrennt ist.

 

Du, unser Gott, hast Jesus Christus ins neue Leben geführt;
begleite auch uns in aller Not und Bedrängnis
und lass uns das neue Leben erfahren,
das du uns schenken willst, heute und in deiner Ewigkeit. Amen



Vater unser

Gebet des Bischofs in Zeiten der Pandemie

> 19.04.2020 Weißer Sonntag

Evangelium:

Joh 20,19-31


Am Abend dieses ersten Tages der Woche,
   als die Jünger aus Furcht vor den Juden
   bei verschlossenen Türen beisammen waren,
   kam Jesus,
trat in ihre Mitte
und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten
   zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.
Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat,
   so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an
und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen;
denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.
Thomas, der Didymus genannt wurde, einer der Zwölf,
   war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
Die anderen Jünger sagten zu ihm:
   Wir haben den Herrn gesehen.
Er entgegnete ihnen:
   Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe
   und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel
   und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt
und Thomas war dabei.
Da kam Jesus bei verschlossenen Türen,
trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!
Dann sagte er zu Thomas:
   Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände!
Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite
und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
Thomas antwortete und sagte zu ihm:
   Mein Herr und mein Gott!
Jesus sagte zu ihm:
   Weil du mich gesehen hast, glaubst du.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
Noch viele andere Zeichen
   hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan,
   die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind.
Diese aber sind aufgeschrieben,
   damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist,
der Sohn Gottes,
und damit ihr durch den Glauben
   Leben habt in seinem Namen.

 

2. Sonntag der Osterzeit 2020- Weißer Sonntag

 

Gedanken

 

Gerade vor einer Woche haben wir Ostern, das Fest der Auferstehung Christi von den Toten gefeiert, morgen ist der Weiße Sonntag. Zahlreiche Kinder aus unserer Pfarrei und anderswo hatten ihr Fest der ersten heiligen Kommunion geplant und sich lange darauf vorbereitet. Die Corona-Krise hat es erst einmal notwendig gemacht, es zu verschieben. 50 Tage nach Ostern ist Pfingsten, dann der Dreifaltigkeitssonntag, dann Christi Himmelfahrt, dann Fronleichnam … solange, bis der Reigen der Festtage wieder von vorne beginnt. Und dazwischen die ganz normalen Sonntage, eigentlich auch kleine Abbilder des großen Osterfestes. Aber sind unsere Feste eigentlich noch echte Festtage, die wir wirklich begehen? Oder sind unsere Feste nur zu willkommenen freien Tagen geworden, die wir mitnehmen und mit allerlei Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen füllen können? Und unsere Sonntage: werden sie noch als Sonntag, als kleines Osterfest, gefeiert oder haben sie sich einfach nur zu Wochenenden verwandelt.

 

Kinder leben noch im Jahreskreis. Unbewusst und von Natur aus. Die Festtage im Jahreskreis sind für sie so etwas wie Fixpunkte oder Haltepunkte, auf die sie sich freuen. Sie strukturieren das Jahr und geben ihnen Sicherheit und Halt, so etwas wie Orientierung im Zeitenlauf ihres Lebens. Kinder legen auch Wert darauf, dass Feste erkennbar bleiben, dass Symbole und Zeichen auf sie hinweisen und zwar immer wieder die gleichen – Kinder sind da sehr konservativ im Sinne von bewahrend. So leben wir Erwachsenen heute oft nicht mehr und die Gesellschaft, die Wirtschaft, lässt es auch immer weniger zu. Alles muss „in“ sein, im Trend, modern, immer wieder anders und neu. Wir leben auf einer Linie, die Fortschritt und Veränderung genannt wird und wir verlieren dabei oft etwas Wichtiges in unserem Leben: unsere Mitte.

 

Denn das ist die wichtige Funktion unserer Feste und Feiern, besonders der religiösen, uns immer wieder zurück zu binden an eine Mitte, an einen Sinn, an etwas, das unser Leben zu tragen im Stande ist. Nichts anderes heißt übrigens Religion: vom lateinischen religere: sich zurückbinden, sich fest machen: an der Gemeinschaft, in der wir leben, an die Mitte unseres Lebens, an den Sinn unseres Lebens – wir Christen sagen dazu Gott.

 

Menschen, die nicht mehr feiern können, die verlieren ihre Mitte. Es geht ihnen mit ihrem Leben wie mit einem Rad, das keine Mitte mehr hat, es wird immer unruhiger laufen und irgendwann sogar aus der Spur kommen oder zerbrechen.

 

In den Lesungen der Osterzeit bis Pfingsten hören wir immer wieder, - und auch im heutigen Evangelium wieder – dass die Jünger sich am ersten Tag der Woche trafen, einander ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit Jesus erzählten und das Brot miteinander brachen. So hatte es ihnen Jesus am Gründonnerstag aufgetragen: zu meinem Gedächtnis tut es, immer wieder, damit ihre nicht vergesst, wer ich für euch bin und was ich für euch getan habe. Und auch damals schon gab es Menschen, die ihre Schwierigkeiten damit hatten. „Ich kann nicht glauben, dass Jesus wirklich auferstanden ist“, sagt Thomas, der Zweifler, „ehe ich nicht die Hände in seine Wunden gelegt habe.“

 

Wie würden wir uns in einem solchen Fall verhalten? Wie machen es heute viele Menschen? Sie sagen: „Ich kann das nicht mehr glauben, darum kann ich doch genauso gut wegbleiben. Es bringt mir nichts, deshalb gehe ich da nicht mehr hin. Es ist doch ehrlicher, wenn ich nur dann das alles mitmache, wenn ich das Bedürfnis danach habe.“

 

Thomas im heutigen Evangelium dagegen macht es anders: er kehrt der Gemeinschaft nicht den Rücken, er bleibt dabei – trotz seiner erheblichen Zweifel. Er feiert weiter mit der kleinen gefährdeten Gemeinschaft und darf erleben, dass ihm die Mitte, die er nach Jesu Tod verloren hatte, neu geschenkt wird. Seine Beziehung zu Jesus, dem Auferstandenen, wird tiefer, persönlicher, weil er nicht fortgeht, sondern dabeibleibt.

 

Vielleicht kann so ein Thomas, in seinen Zweifeln und Fragen, einer, der uns heutigen Menschen sehr nahe steht, uns vielleicht sogar sympathisch ist, auch ein Vorbild sein: nicht immer nur dem spontanen Bedürfnis, der Lust, manchmal auch der Bequemlichkeit folgen, sondern dabei zu bleiben. Auch wenn uns unsere Feste manchmal wie Folklore vorkommen und wir sagen müssen: ich verstehe zur Zeit nicht, was das soll, kann das nicht glauben.

 

Gerade Eltern heute sollten ihren Kindern das vermitteln, indem sie mit ihnen zusammen die angebotenen Haltepunkte, die Feste im Jahreskreis begehen, die Sonntage so feiern, dass sie uns erleben lassen, was Freiheit der Kinder Gottes wirklich bedeutet: Die Woche beginnt mit dem freien Tag, nicht mit der Arbeit. Längst bevor wir etwas leisten, leben wir schon. Das Wichtigste im Leben können wir nicht selbst machen oder verdienen, es ist uns geschenkt. Das Leben selbst ist uns geschenkt. Wir verdanken uns Gott, wir sind von ihm bejaht. Dafür steht der auferstandene Jesus Christus. Er verbürgt uns Leben über den Tod hinaus. Der Sonntag ist der Tag seiner und unserer Auferstehung.

 

Darum sollten die Sonntage, die Feiertage uns Christen heilig sein. Sie sind nicht irgendwelche freie Tage, die man nach Belieben in der Woche herum schieben oder sogar streichen könnte. Sie sind ein Geschenk Gottes, das unserem Leben Richtung gibt und Freiheit: Im Zeichen der Auferstehung geht der Weg vom Tod zum Leben.

 

Und das hat durchaus etwas mit der aktuellen Wertediskussion zu tun. Menschen, die ihre Mitte nicht verloren haben, die eine geistige, eine geistliche Heimat haben, wissen wohin sie gehören und für was sie mit ihrem Leben stehen. Solche Menschen haben zwangsläufig Werte und leben sie auch. Sie sind nicht so empfänglich für populistische Parolen und schnelle Lösungen.


In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass sie die Feste im Jahreskreis immer wieder neu entdecken und feiern können und einen frohen Sonntag, morgen und jede Woche aufs Neue. … und hoffentlich bald das (nachgeholte) Fest der ersten heiligen Kommunion. Amen.

 

 

Fürbitten

Sorge und Zweifel bestimmen auch heute für viele Menschen das Leben.
Für sie und auch für uns wollen wir beten:

  • Wir beten für alle Menschen,
    die unter der Corona-Virus-Pandemie leiden
    und unter deren Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft –
    in Deutschland und Europa und überall auf der Welt.
    Guter Gott:

 

  • Für die Verantwortlichen in Wissenschaft und Politik,
    die sich um einen ausgewogenen und behutsamen Ausstieg aus den Einschränkungen bemühen;
    besonders auch für diejenigen, deren Blick dabei auf alle Menschen gerichtet ist –
    über die eigenen nationalen Interessen hinaus.
    Guter Gott:

 

  • Für die Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten,
    für Pflegerinnen und Pfleger in den Senioren-Einrichtungen,
    die sich um besonders Schutzbedürftige kümmern;
    und für alle, die nach Mitteln und Wegen forschen,
    um Menschen zu heilen und alle nachhaltig zu schützen.
    Guter Gott:

 

  • Wir beten für die Menschen,
    die seit Wochen in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln ausharren,
    insbesondere für die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen,
    deren Aufnahme in Europa zugesagt worden ist.
    Guter Gott:

 

  • Für die vielen Menschen,
    die sich jetzt wieder in Booten auf das Mittelmeer wagen,
    weil sie für sich und ihre Familien eine menschenwürdige, sichere Zukunft in Europa erreichen wollen.
    Guter Gott:

 

  • Beten wir auch für alle Menschen, die ihre Hoffnung im Glauben spüren
    und ihr Vertrauen auf die Gemeinschaft in ihren Kirchen setzen;
    und für die vielen, die die Botschaft des Evangeliums auch unter den Bedingungen des Versammlungsverbots zu den Gläubigen und in alle Welt tragen.
    Guter Gott:

 

  • Für die Menschen, die sich ein Jahr nach dem verheerenden Brand
    für den Wiederaufbau der Kathedrale Notre Dame in Paris einsetzen.
    Guter Gott:

 

  • Wir beten für alle Kinder,
    die sich auf ihre Erstkommunion vorbereitet und gefreut haben, und für ihre Familien.
    Guter Gott:

 

  • Für alle, die ihre Kranken und sogar die sterbenden Angehörigen
    nicht besuchen und begleiten dürfen;
    für alle, die sich nach menschlicher Nähe in ihrer Einsamkeit sehnen.
    Guter Gott:

 

Du bist der Auferstandene, der uns ein Leben in Fülle zugesagt hat.  Dich loben und preisen wir, jetzt und in Ewigkeit.
Amen.

 

Vaterunser

 

Gebet des Bischofs in Zeiten der Pandemie

> 12.04.2020 Ostern

Evangelium

Mk 16, 1-8

1 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. 2 Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. 3 Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? 4 Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß. 5 Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. 6 Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wohin man ihn gelegt hat. 7 Nun aber geht und sagt seinen Jüngern und dem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat. 8 Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemandem etwas davon; denn sie fürchteten sich.

 

Mit Osteraugen sehen

 

„Kommen sie herein und sehen sie …!“

 

so haben die Marktschreier in früheren Zeiten auf den Jahrmärkten gerufen.

 

„Kommen sie und sehen sie …!“ rufen heute die Bilder der Werbung, wenn sie uns das Neueste, das angeblich Wichtigste und Entscheidende für unser Leben präsentieren. Ja wir müssen sogar sagen, das schreien die Werbebilder uns entgegen, denn die Bilder werden immer schneller, immer greller und bunter. Was noch gesehen werden will in der Menge der Reize, das muss eben schreiend und grell auftreten.

 

Das Osterevangelium des Evangelisten Markus, ist das schlichteste von allen. Da ist nichts vom Erdbeben oder dem grellen Blitz zu lesen, wie bei Matthäus. Da sind auch nicht die zwei Männer in leuchtenden Gewändern, die auf die Frauen zutreten, wie es Lukas berichtet. Ganz einfach, kurz und knapp wird davon berichtet, wie die zwei Frauen zum Grab kommen und welche Frage sie dabei bewegt: die einfache und praktische Frage, wer ihnen wohl den schweren Stein wegwälzen wird, der vor dem Eingang des Grabes liegt. Und zwischen den Zeilen kann man die Trauer der Frauen erahnen, ihre Ratlosigkeit und innere Lähmung angesichts der Ereignisse des Karfreitag.

 

Nichts von der lauten und schreienden Sprache der Werbung, keine grellen und gewaltigen Bilder.

 

Aber vier Mal ist vom Sehen die Rede. Das erste Sehen ist gewissermaßen die Antwort auf ihre ganz praktische Frage, wer ihnen wohl den Stein vom Grab wegwälzen würde.

 

Sie sehen, dass er bereits fort ist.

 

Das zweite Mal sehen sie, als sie in das Grab hineingehen. Sie hatten erwartet, einen Toten zu finden, den Grund ihrer unsäglichen Trauer. Aber sie sehen „auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen.“, sie sehen einen Lebenden. Und dieser Lebendige, der fordert sie auf noch tiefer zu sehen: „seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hat!“ und zum vierten Mal: Geht voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen.“

 

Immer tiefer, immer intensiver wird das Sehen der Frauen am Ostermorgen.

 

Ich glaube das ist die Botschaft von Ostern: mit dem Glauben an den Auferstandenen ändert sich unsere Art zu sehen. Wir sehen gewissermaßen mit Osteraugen, mit den Augen Gottes.

 

Viele Menschen fragen, was sich denn eigentlich verändert habe, seit dem ersten Ostern vor 2000 Jahren. Und sie weisen darauf hin, dass es auch heute noch Gräber gibt, Menschen leiden und sterben, manchmal sinnlos und brutal-. Und trotz Ostern gibt es den Corona Virus mit all seinen schlimmen Folgen. Die Fernsehbilder aus Italien oder Spanien und anderswoher aus den letzten Wochen haben es uns wieder einmal drastisch vor Augen geführt. Menschen werden krank und leiden – manchmal unmenschlich hart. Und die Skeptiker haben dann ja zunächst einmal recht. Das Leid zu leugnen oder zu glorifizieren wäre zynisch und dumm.

 

Aber was hat sich denn dann verändert durch das Ostern der Frauen und der Apostel, was hat sich verändert durch die Auferstehung Jesu oder etwas bescheidener: was kann sich verändern?

 

Ostern kann unsere Sehgewohnheiten ändern. Wir können lernen tiefer zu schauen, mit dem Herzen, ja, mit den Augen Gottes. Ostern kann uns den Mut geben, zu unseren eigenen Gräbern hinzugehen, sie überhaupt erst richtig anzuschauen, mit all den Fragen, die uns dabei bewegen. Wenn ich mein Leid bewusst anschauen und akzeptieren kann, dann bin ich ihm nicht mehr ohnmächtig ausgeliefert. Dann ist es zwar nicht weg, aber ich kann besser und freier mit ihm umgehen.

 

Und wenn ich tiefer schaue, dann kann ich vielleicht auch – wie die Frauen am Ostermorgen – statt des Todes, das Leben entdecken, ja im Tod das Leben wahrnehmen – wenigstens als Hoffnung. Ich kann sehen, dass das Letzte nicht das Corona-Virus ist ja, nicht einmal der Tod selbst. Das Letzte ist das Leben, das von Gott kommt und zu ihm zurückkehrt und in ihm lebendig bleibt als Leben ohne Ende.

 

Und zuletzt kann ich durch meine neue österliche Sichtder Dinge das Angesicht der Welt verändern, wenn ich nämlich entdecke, dass Jesus mir immer wieder auch in meinem Alltag – in Galiläa, sagt der Evangelist Markus – sichtbar wird in den Situationen, die ich durchlebe, und besonders in den Menschen die mir begegnen.

 

Der Kabarettist Hans Dieter Hüsch hat es in einem Gebet so ausgedrückt:

 

Du hast ihn o Herr überwunden

für uns aus dem Weg geräumt, den Stein

Du bist durch ihn hindurch gegangen.

Und Maria Magdalena, Sünderin einst,

hat uns die Nachricht gegeben:

ich habe den Herrn gesehen

ruhiger denn je,

gelassener denn je und freier als alle Freiheit.

Alle Großzügigkeit war um ihn versammelt

alle Liebe in ihm

und so hat er uns verlassen

um Tag und Nacht bei uns zu sein.

Ich habe den Herrn gesehen,

so möchten wir sagen

Seht welch ein Mensch

so möchten wir sein

Fürchtet euch nicht

die Türe steht offen

der Stein ist verschwunden

wir können mit ihm in alles hinein

aus allem heraus und durch alles hindurch gehen.

 

Ich wünsche – auch im Namen aller im Pastoralteam – ein gesegnetes Osterfest!

 

Fürbitten:

 

Gott hat Jesus aus dem Tod in das neue Leben gerufen;
wir setzen unsere Hoffnung für uns selbst
und für die Welt auf den lebendigen Christus.
Wir rufen ihm unsere Not zu und bitten um seine ansteckende Lebenskraft…

 

Bitten:

 

  • Wir beten für alle, die in Furcht leben vor dem Corona-Virus;
    für die Menschen, die infiziert sind und isoliert bleiben müssen.
    Und für die vielen, die das Virus schon haben, ohne es zu wissen.

 

  • und für alle, deren Leben die Krankheit ernsthaft bedroht.
    Und für alle, die das Glück hatten, wieder gesund zu werden.

 

  • Wir beten für die Krankenschwestern und –Pfleger,
    die Ärzte und Ärztinnen und alle im Gesundheits-Dienst und in den Krankenhäusern,
    die alle Kraft einsetzen, um den Kranken zu helfen und die Gesunden zu schützen.

 

  • Wir beten für alle, die gesund sind
    und sich in der Nachbarschaft, in der Gemeinde oder weltweit einsetzen
    für Menschen in Krankheit und Not.

 

  • Für alle, die die notwendigen Einschränkungen geduldig ertragen und mittragen
    und sie phantasievoll mitgestalten;
    und für die Politikerinnen und Politiker, die den allmählichen Neustart vorbereiten
    und darüber verantwortungsvoll entscheiden müssen.

 

  • Wir beten für die Männer, Frauen und Kinder in Flüchtlings-Lagern und -Unterkünften,
    in Südeuropa und hier in Deutschland, die jetzt zusätzlich isoliert und bedroht sind;
    und für die 1.500 Kinder und Jugendlichen, die wohl nach Europa kommen dürfen.

 

  • Wir beten für die vielen Menschen,
    die auch weiterhin unter Krieg und Bürgerkrieg und anderen Konflikten der Mächtigen leiden –
    in Afrika und im Nahen Osten, zwischen Indien und Pakistan.
    Und für die Menschen, die eindringlich zum Frieden aufrufen - gerade jetzt.

 

  • Wir beten für alle Christinnen und Christen, die Ostern feiern –
    allein oder in der Familie und mit der Gemeinschaft der Kirche verbunden –
    als Fest der Hoffnung auf neues Leben vor dem Tod und nach dem Tod.

 

Auferstandener Jesus Christus,
in deiner Liebe liegt Leben für uns und die Welt.
Wir vertrauen uns dieser Liebe an – hoffnungsvoll und dankbar
an Ostern heute und morgen und bis in deine Ewigkeit. Amen

 

Vater unser        

Gebet des Bischofs in Zeiten der Pandemie

> 10.04.2020 Karfreitag
@Andreas Webel - Kreuzweg in der Pfarrkirche St. Martinus

In der Karfreitagsliturgie feiern wir jedes Jahr das Leiden und Sterben Jesu Christi.Es ist eine zentrale Feier dieser Tage. Denn Tod und Auferstehung des Herrn sind das Zentrum unseres Glaubens. Leiden und Tod Jesu sind der Kern des Karfreitags, eines Tages, der ausgehalten werden muss. Der Karsamstag mit der Grabesruhe Jesu ist gewissermaßen die Atempause vor dem Aufatmen am Ostermorgen, vor dem neuen Leben der Auferstehung und der unbändigen Freude darüber.

 

Der folgende Kreuzweg wurde vom Liturgiekreis Züsch/Neuhütten gestaltet und sollte in einer Andacht in der Züscher Kirche gebetet werden. In etwas veränderter und geraffter Form möchte ich ihn zur Verfügung stellen, damit er am Karfreitag gebetet werden kann. Vielleicht gibt es ja einige Menschen, die sich um 15.00 Uhr beim Lesen und Beten dieser Texte mit einander verbinden.

 

In der Vorbereitung haben sich mir folgende Fragen gestellt?
1. Wo liegt der Ursprung des Kreuzweges, wo kommt er her?
2. Was ist der Sinn eines Kreuzweges?

 

In der Bibel findet man so direkt keinen Kreuzweg mit seinen 14 Stationen.  Er wurde wohl später von den ersten Christen eingeführt, um an den Leidensweg Jesu zu erinnern.
Er wurde in Form von Bildern in die Kirchen gehängt als Armenbibel, damit auch Menschen, die nicht lesen konnten, das Leiden und Sterben Jesu mitgehen konnten.

 

Für mich sollen die Stationen wiedergeben, was auch wir Menschen im Laufe unseres Lebens auf unseren mehr oder weniger freiwilligen „Kreuzwegen“ und Schicksalsschlägen erleben oder vielmehr durchleben müssen und welchen Menschen wir dabei begegnen können die uns tragen und helfen. Oder auch wie wir für unsere Mitmenschen manchmal Personen aus den Kreuzwegen sein können.

 

Eröffnung:

Herr Jesus Christus, du hast das Kreuz, an dem Du für uns gestorben bist, auf deine Schultern geladen und hinauf nach Golgota getragen. Auch wir tragen immer wieder unser Schicksal wie ein Kreuz, das auf uns liegt und uns zu erdrücken scheint. So wollen wir gemeinsam mit dir deines Leidens, unseren eigenen Lebenserfahrungen und der Schicksale anderer Menschen gedenken und zusammen mit dir beten.

(Ralf Kuhn)

  1. Station: Jesus nimmt sein Kreuz auf seine Schultern (Elisabeth Steinmetz)

    Jesus umfasst das harte, kantige Kreuz mit beiden Händen.
    Er nimmt sein unabwendbares Leid fest entschlossen an.
    Wer mit seiner Gegenwart rechnet, darf eine Kraft erfahren, die nicht aus ihm selber kommt.
    Es ist die Kraft Jesu Christi.
    Sie schenkt die Gnade der Gewissheit, dass wir in unserer Angst und menschlichen Schwachheit nicht alleine sind.
    Dass selbst ein unerträgliches Kreuz mit ihm zusammen erträglich werden kann.

    -Stille-

    Gott, wir bitten dich:
    für alle, die ein körperliches oder seelisches Leid tragen,
    für alle, die uns nicht sympathisch sind
    für alle, die von uns gekränkt wurden
    für uns, die wir dem Leid gerne ausweichen
    um Mut für uns selbst, uns den Aufgaben zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.

 

  1. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz.  (Margot Moser)

    Die Last des Kreuzes zwingt Jesus in die Knie. Zu schwer ist die Last, die ihm andere aufgebürdet haben. Sie prügeln ihn und zwingen ihn weiterzugehen. Es ist Freitagmittag und sie wollen ihr Werk so schnell wie möglich zu Ende bringen. Ich frage mich, was lässt Jesus weitergehen?
    Wie ist es in der heutigen Zeit? Viele Menschen auf der ganzen Welt werden von der Last, die ihnen von anderen aufgeladen wird, niedergedrückt. Sei es durch Diktatoren oder menschenverachtende Regierungen. Oder durch ihren Chef bei der Arbeit (burnout), durch Kollegen (mobbing) oder die Eltern und Lehrer (Leistungsdruck in der Schule) oder durch Lügen und Betrügen, … Man könnte die Liste beliebig weiterführen. 
       
    -Stille-

    Für alle die von ihrem Kreuz beschwert oder gar erdrückt werden wollen wir beten.
    Um Kraft zum durchhalten und weitergehen. Um Zuversicht, dass sich immer wieder neue Wege auftun. Um unzerstörbare Hoffnung auf Zukunft.

 

  1. Station: Jesus begegnet seiner Mutter (Andreas Webel)

    Der Tod eines Kindes, das ist das Schlimmste, was Eltern widerfahren kann.
    Es ist, als würde ein Stück vom eigenen Leben weggerissen.
    Fragen stellen sich:
    Wie kann das Geschehen?
    Wie kann Gott so etwas zulassen?
    Warum muss es solches Leid geben?
    Es sind Fragen, auf die wir keine Antwort finden, die quälen und manchmal sogar zweifeln lassen.

    -Stille-

    Wenn wir Maria im Kreuzweg begegnen, beten wir für alle Eltern, die ein Kind verloren haben:
    Wir beten darum, dass es Menschen gibt, die da sind, die mittragen und trösten, so gut es geht.
    Wir beten darum, dass sie Trost erfahren in ihrer Trauer und dem Leben weiter trauen können.

 

  1. Station: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen (Ralf Kuhn)

    Herr Jesus Christus, als das Kreuz und der Weg zu schwer wurden, hast du auf deinem Kreuzweg Hilfe erfahren, unerwartete Hilfe von einem Fremden. Ähnlich geht es auch uns Menschen im 21. Jahrhundert auf unseren ganz alltäglichen, kleinen und großen Kreuzwegen.
    Auch wir erfahren immer wieder Hilfe von anderen Menschen, Freundschaft und Begleitung. Dafür danken wir Dir, großer Gott.

    -Stille-

    Und wir bitten dich besonders für die vielen verfolgten Christen weltweit, dass auch sie Hilfe erfahren, wenn es am nötigsten ist.
    Wir bitten dich für die Menschen die leiden müssen unter Unrecht und Gewalt, die betroffen sind von Krieg und Not, die leiden unter Naturkatastrophen den Folgen des Klimawandels.
    Wir beten für die vom Corona Virus betroffenen Menschen.

 

  1. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt (Gabi Kretz)

    Es ist soweit. Keine Gnade, kein Entrinnen. Jesus wird ans Kreuz genagelt! Welche Last, welche Qual?
    Es ist kein „Heldentod“ den Jesus stirbt. Im Gegenteil, die Nachricht die hier ausgesendet wird ist von weitem für alle sichtbar: „Schaut ihn euch an, so geht es einem, der denkt er wäre was Besseres!“
    Und was tut Jesus? Er vergibt denen die ihm das antun! Ob ich das könnte?
    Was würde ich an seiner Stelle tun? Ich weiß nicht, ob ich diese Größe hätte. Mir fällt es ja schon schwer, anderen für wesentlich weniger zu vergeben. Sei es in der Familie, bei der Arbeit oder im Verein. Oder ich akzeptiere die Meinung anderer nicht weil ich denke ich habe Recht und die Anderen Unrecht. Die müssen so sein wie ich!

    -Stille-

    Lasst uns für die Menschen beten die nicht verzeihen können!  

 

  1. Station: Jesus stirbt am Kreuz (Elisabeth Steinmetz)

 

Der Tod ist das Ende.

Der Tod bedeutet scheitern.
Alles, wovon die Jünger geträumt und was sie ersehnten, scheint zerstört.
Und dann noch dieser schändliche Tod am Kreuz, der Tod ungerechte als Verbrecher.
Jesu Weg scheint zu Ende. Seine Botschaft scheint der Lächerlichkeit preisgegeben.
„Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ Mit Hohn und Spott überschütten ihn die Menschen.
„Wo ist nun den Gott?“

-Stille-

Wir beten für alle, die wegen ihrer Überzeugung verfolgt, gequält und getötet werden.
für alle, die Unrecht erleiden und Ungerechtigkeit.
für alle, die soziale Tode sterben, weil sie verspottet und bloßgestellt werden.

 

  1. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß der Mutter gelegt  (Margot Moser)


Herr Jesus Christus, wir sind in Gedanken und im Gedenken an Dich alle Stationen deines Leidens und Sterbens heute mit dir gegangen. Vielleicht haben wir auch in unserem Herzen das Leid, deine Angst und Not und deine Schmerzen spüren können. Und dann Deinen Tod, der Ruhe und auf wunderbare Weise etwas Befreiendes zum Ausdruck bringt.

-Stille-

Wir wollen beten für alle Menschen, die Angst vor dem Tod haben, dass sie durch Dich ihre Angst überwinden und glauben können, dass ihr Leben nicht genommen, sondern durch Dich Herr Jesus Christus gewandelt wird zum ewigen Leben mit Gott.

 

Abschluss

Der Kreuzweg Jesu ist zu Ende.
Erschüttern und verstörend ist er gewesen für die Apostel und alle, die Jesus auf seinem Weg begleitet und erlebt haben.
Wäre der Weg Jesu mit seinem Tod tatsächlich zu Ende gewesen, so hätten wir keine Hoffnung mehr.
Aber der Kreuzweg Jesu mündete – durch das Grab hindurch – in der Auferstehung und im ewigen Leben, dass auch uns verheißen ist.
Das ist die Botschaft – nicht in den Tod, sondern ins Leben geht unser Weg.
Nicht Karfreitag und das Grab ist das Ziel, sondern Ostern und die Auferstehung:
Beten wir mit Jesus so wie er uns zu beten gelehrt hat:

Vater unser

> 09.04.2020 Gründonnerstag
@Andreas Webel

Lesung:  1 Kor 11,23-26


Schwestern und Brüder!
Denn ich habe vom Herrn empfangen,
   was ich euch dann überliefert habe:
Jesus, der Herr,
   nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot,
sprach das Dankgebet,
brach das Brot
und sagte: Das ist mein Leib für euch.
Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch
und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut.
Tut dies, sooft ihr daraus trinkt,
   zu meinem Gedächtnis!
Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt,
   verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

 

Gedanken:

Mit dem Abend des Gründonnerstag beginnt das sogenannte Triduum Sacrum.

Es sind die drei bedeutsamsten Tage im Kirchenjahr. Deshalb ist es schade, ja sogar tragisch, dass wir die Gottesdienste dieser Tage in diesem Jahr nicht in großer Gemeinschaft feiern können. Die Corona-Krise mit all ihren Auswirkungen verhindert dies. Vielleicht hat das aber auch einen „positiven“ Effekt: dass es uns nämlich schmerzlich bewusst wird, wie sehr wir die Riten und Feiern dieser Tage doch brauchen. Denn sie haben zu tun mit dem Ursprung und dem Fundament unseres christlichen Glaubens.

In der Lesung aus dem ersten Korintherbrief, der zur Liturgie des Gründonnerstag gehört, ist uns der wahrscheinlich älteste Text einer eucharistischen Liturgie überliefert. Seit dem ersten Gründonnerstag, dem Abschiedsmahl, das Jesus mit den Aposteln feierte, haben die Christen die Worte Jesu über Brot und Wein und seinen Auftrag, dies immer wieder zu tun wörtlich genommen.
Die Feier des Abendmahles – wir sagen der Eucharistie – gehört zum Wesentlichen unseres Glaubens.
Jesus hat uns mit den Gaben von Brot und Wein und der Feier des Abendmahles ein kostbares Geschenk gemacht.
Indem er das Brot und den Wein genommen hat, beides gesegnet und an die Apostel ausgeteilt hat, hat er ihnen eine Erinnerung geschenkt: Tut dies zu meinem Gedächtnis.
Vielleicht haben Sie auch solche Erinnerungsstücke an besondere Menschen oder Ereignisse in Ihrem Leben. Vielleicht ein Bild oder einen Gegenstand. Und wann immer Sie dieses Bild, diesen Gegenstand in die Hände nehmen, dann wird der Moment oder die Person in Ihrem Herzen lebendig. In meinem Bücherregal steht seit über 3 Jahren ein Pinienzapfen aus Assisi. Die Teilnehmerin einer Jugendfreizeit hat ihn mir als ein „Wichtelgeschenk“ gegeben. Wann immer ich diesen Pinienzapfen zur Hand nehme, dann wird Assisi in meinem Herzen und meiner Phantasie lebendig: die Landschaft, die Menschen, die Häuser aus umbrischem Sandstein, die Sonne, der Duft von Lavendel und Rosmarin, …

In dem Gedächtnis, das Jesus uns geschenkt hat, bleibt er lebendig und greifbar für uns. Wenn wir das Brot und den Wein empfangen, dann kann Jesus in unseren Herzen aufleben:
Er, der gelitten hat und zermahlen wurde wie das Korn und die Trauben.
Er, der zum lebensnotwendigen Lebensmittel geworden ist für uns.
Er, der uns, wie damals die Apostel, immer wieder zur Gemeinschaft untereinander und mit ihm aufruft und diese Gemeinschaft stiftet.

Aber das, was wir an Gründonnerstag feiern ist noch viel mehr:
Jesus sagt auch über das Brot: „Das ist mein Leib!“ Und über den Wein sagt er: „Das ist mein Blut!“ In seinem Geschenk von Brot und Wein wird das Wirklichkeit, wenn wir es in der Gemeinschaft unserer Gemeinde nachvollziehen. Er selbst wird in diesen Zeichen von Brot und Wein gegenwärtig in unserer Mitte. In diesen beiden Gaben, den eucharistischen Gaben ist das Leben, das Sterben und die Auferstehung Jesu gegenwärtig. In ihnen liegt daher tatsächlich das ganze Geheimnis unseres Glaubens verborgen – oder besser: kann es offenbar werden für jeden, der sich darauf einlässt.


Ein solches zeichenhaftes Geschenk, das von Jesus kommt und uns seine liebende Gegenwart offenbart und in uns die Gemeinschaft mit Gott bewirkt, das nennen wir Sakrament: wirksames Zeichen der Liebe Gottes.
Und alle diese Zeichen liegen begründet in dem, was damals mit Jesus geschah.
Uns allen wünsche ich – trotz allem – ein gesegnetes und bewegendes Osterfest, an dem uns Gott wirklich nahe kommen kann.
Amen!

 

Fürbitten

Als Jesu Kirche feiern wir weltweit in jeder Eucharistiefeier seine Lebenshingabe am Kreuz für alle Menschen.
Ihn lasst uns bitten:

  • Am heutigen Abend sind wir wie die Jünger damals um deinen Tisch versammelt.
    Wandle uns zu einer Kirche, die sich deiner Mahlgemeinschaft als würdig erweist.
  • Mit deinem Dienst der Fußwaschung an deinen Jüngern hast du uns gelehrt, wie Gemeinschaft funktionieren kann.
    Hilf uns, zu erfahren, dass alle besser leben, wenn wir mehr miteinander als gegeneinander arbeiten.
  • Deine Worte über Brot und Wein hast du Personen anvertraut, deren priesterliches Wirken die Zuwendung Gottes zum Menschen erfahrbar machen soll.

Weise deiner Kirche den Weg aus dem Eingestehen von Problemen zu Taten für eine Zukunft nach deinem Willen.

  • Sei mit allen Opfern der Corona-Pandemie: den Erkrankten schenke Kraft und Zuversicht, die Toten nimm auf bei dir und den Trauernden schenke Trost.
  • In deiner Angst und Einsamkeit am Ölberg bist du uns in den Ängsten und einsamen Stunden unseres Lebens ganz nahe.
    Dich bitten wir für alle Menschen, die in ihrer Lebenssituation verzweifeln oder sich ausgegrenzt und allein gelassen fühlen.

Herr, Jesus Christus!
Du schenkst dich uns in den Gestalten von Brot und Wein.
So mit dir verbunden kann unser Leben zum Heil für uns selbst und die anderen werden.
Lass uns in Dankbarkeit deine Nähe im Sakrament und der Gemeinschaft deiner Kirche finden. - Amen.

Vaterunser

Gebet des Bischofs in Zeiten der Pandemie

> 05.04.2020 Gedanken zum Palmsonntag

Lesung Phil 2,6-11

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
   an die Gemeinde in Philippi.

Christus Jesus war Gott gleich,
hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein,
sondern er entäußerte sich
   und wurde wie ein Sklave
   und den Menschen gleich.
Sein Leben war das eines Menschen;
er erniedrigte sich
   und war gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht
und ihm den Namen verliehen,
   der größer ist als alle Namen,
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde
   ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt:
   "Jesus Christus ist der Herr" -
zur Ehre Gottes, des Vaters.

 

EVANGELIUM - Mt 21,1-11

zur Palmweihe und Palmprozession

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte
   und nach Betfage am Ölberg kam,
   schickte er zwei Jünger voraus
und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt;
dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden
   und ein Fohlen bei ihr.
Bindet sie los, und bringt sie zu mir!
Und wenn euch jemand zur Rede stellt,
   dann sagt: Der Herr braucht sie,
er lässt sie aber bald zurückbringen.
Das ist geschehen,
   damit sich erfüllte,
   was durch den Propheten gesagt worden ist:
Sagt der Tochter Zion:
   Siehe, dein König kommt zu dir.
Er ist sanftmütig,
und er reitet auf einer Eselin
   und auf einem Fohlen,
   dem Jungen eines Lasttiers.
Die Jünger gingen
und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte.
Sie brachten die Eselin und das Fohlen,
legten ihre Kleider auf sie,
und er setzte sich darauf.
Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus,
andere schnitten Zweige von den Bäumen
   und streuten sie auf den Weg.
Die Leute aber, die vor ihm hergingen
   und die ihm folgten, riefen:
Hosanna dem Sohn Davids!
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn.
Hosanna in der Höhe!
Als er in Jerusalem einzog,
   erbebte die ganze Stadt
und man fragte: Wer ist dieser?
Die Leute sagten:
   Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

 

Gedanken Gedanken

 

Der Hymnus des Philipperbriefes, der an Palmsonntag als Lesung gelesen wird ist für mich eine der schönsten und großartigsten Beschreibungen des Wesens Jesu. In ganz knappen Worten die treffen, führt er uns Jesus vor Augen. In diesem Hymnus, der zu Beginn der Karwoche gelesen wird, kommt kurz und knapp, in wenigen Worten das zum Ausdruck, was mit dem Einzug in Jerusalem beginnt und was mit Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern sein Ende findet.
Wir müssen es uns, glaube ich, einmal ganz bewusst vor Augen führen: Jesus, Gottes Sohn – für uns Christen also Gott selbst – gibt sich so total und vollständig in die Hand der Menschen, dass er sogar den Tod erleidet.

 

Wir kennen alle das Spiel der Macht, wie es in unserer Welt gespielt wird. Da zählt meist nur der Stärkere, der Mächtigere, derjenige mit dem meisten Geld oder mit den stärksten Waffen. Es ist wie ein Kreislauf seit es Menschen gibt; ein Kreislauf von Gewalt und Macht.
Und wenn wir die Geschichte der Menschheit betrachten, dann scheint es auch keinen Ausweg zu geben aus diesem Kreislauf. Wenn wir unsere Geschichte in den letzten 75 Jahren anschauen, dann können wir schon froh sein, wenn es eine Balance der Macht gibt, die uns daran hindert neue Kriege zu führen. Und übrigens: es hat in diesen 75 Jahren fast keinen Augenblick ohne irgendeine kriegerische Gewalt irgendwo auf dieser Erde gegeben.
Im Kleinen, privaten Bereich, ist das oft genauso: Verlierer sind meist die ohne Bildung, ohne Geld und ohne Macht. Die Schere zwischen Arm und Reich, die in unserer Gesellschaft immer größer wird, beruht unter anderem auch auf diesem Kreislauf. Es gibt ihn überall, auch in unserer Kirche. Er liegt ganz einfach in unserem menschlichen Wesen begründet.
„America first!“ „Unser Land zuerst!“ – auch im Umgang mit den Flüchtlingen in Europa ist es wieder einmal dramatisch zu erleben.

 

Und in der Corona-Krise kommt es ebenfalls zum Ausdruck: „Diejenigen, die es können machen Hamsterkäufe, sorgen erst einmal für sich selbst. Diejenigen, die nicht so viel Geld haben, können sich dann das, was übrig bleibt nicht mehr leisten.



Deshalb ist es wichtig, dass wir uns immer wieder, jedes Jahr neu mit dem konfrontieren, was in den Kartagen vor Augen geführt wird: mit dem Gott nämlich, der aussteigt aus diesem Kreislauf, mit dem Gott, der sich entäußert. Er lässt alle Macht fallen und gibt sich ganz in die Hand seiner Mitmenschen. Er nimmt sogar den Tod in Kauf. Und der Mensch, Jesus, kann das tun, weil er ganz seinem Gott vertraut. Er weiß, mit seinem Gott kann er nie scheitern oder verloren gehen, auch wenn es nach außen hin danach aussieht.



Mit seinem Gott im Herzen braucht Jesus nicht auf einem Streitross und mit einem Heer nach Jerusalem einzuziehen, es reicht eine junge Eselin. Mit seinem Gott an der Seite kann er vor Pilatus stehen, ruhig und ungebrochen. Mit seinem Gott im Herzen kann er noch im Sterben den Feinden vergeben, denn er weiß: Gott hält ihn in seiner Hand und wird ihn nicht in den Tod fallen lassen.

 

Der Kreislauf von Macht und Gewalt wird immer dann durchbrochen, im Kleinen jedenfalls, wenn Menschen sich entäußern. Er wird da unterbrochen, wo Menschen von sich selbst absehen und auf andere schauen. Gerade zur Zeit, in der so genannten Corona-Krise, gibt es auch viele solcher Menschen, die den Kreislauf durchbrechen und sich entäußern. Sie schauen auf andere und bieten Hilfe an in schwierigen Zeiten: eine Tüte mit Lebensmitteln, einen Gang zum Einkaufen, ein Telefonanruf, der die Einsamkeit unterbricht. Das alles schenkt Auferstehung im Kleinen – Wir können so leben, weil Gott selbst aus diesem Kreislauf ausgebrochen ist, es vorgelebt hat und uns Leben in Fülle schenkt.

 

Fürbitten

 

Herr Jesus Christus,

du hast Angst und Einsamkeit durchlebt und aus­gehalten.

Hingabe statt Macht hast du gewählt.

Wir vertrauen dir als Mittler und Fürsprecher beim Vater und bitten dich:

 

m Für alle Menschen, die ihr Können und ihre Kraft für andere einset­zen,
die Zeit und Liebe investieren: Für die Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen, für alle, die das Leben während der Corona-Krise durch ihren Einsatz unterstützen.
Christus, höre uns …

 

m Für alle, die am Corona-Virus erkrankt sind, für alle Daran Verstorbenen und deren Angehörige.
Christus, höre uns …

 

m Für alle Christen, die ihren Glauben an dich bekennen und bezeugen,
vor allem für die unterdrückten und verfolgten Christen. Wir beten besonders
für die Christen im Nahen und Mittleren Osten.
Christus, höre uns ...

 

m Für alle Menschen, die große Angst haben und keine Hilfe erfah­ren.
Wir beten besonders für die vielen, die schon lange ohne Arbeit sind,
und für alle, deren Zukunft unsicher ist.
Christus, höre uns ...

 

m Für unsere Verstorbenen und für alle Opfer der Gewalt.
Christus, höre uns ...

 

Herr, Jesus Christus,
du hast uns gezeigt, dass ein Leben in Liebe und Hingabe möglich ist.
Mach uns bereit, dir auf diesem Weg zu fol­gen.
Dir sei Dank und Ehre, heute und in alle Ewigkeit.
Amen.

 

Vater unser

Gebet des Bischofs in Zeiten der Pandämie



> 29.03.2020 5. Sonntag der österlichen Busszeit

Evangelium: Joh 11,3-7. 17. 20-27. 33b-45


In jener Zeit
   sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht:
   Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank.
Als Jesus das hörte,
   sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod,
sondern dient der Verherrlichung Gottes.
Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lazarus.
Als er hörte, dass Lazarus krank war,
   blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
Danach sagte er zu den Jüngern:
   Lasst uns wieder nach Judäa gehen.

Als Jesus ankam,
   fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.

Als Marta hörte, dass Jesus komme,
   ging sie ihm entgegen,
Maria aber blieb im Haus sitzen.
Marta sagte zu Jesus:
   Herr, wärst du hier gewesen,
   dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Aber auch jetzt weiß ich:
   Alles, worum du Gott bittest,
   wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm:
   Ich weiß, dass er auferstehen wird
   bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
Jesus sagte zu ihr:
   Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt,
   wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der lebt und an mich glaubt,
   wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?
Marta sagte zu ihm:
   Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

 

Gedanken


Die Frau war gerade mal etwas über 60 Jahre alt. Und was hatte sie nicht schon alles erlebt in diesen sechs Jahrzehnten!
Ihr erster Mann, mit dem sie zwei Kinder hatte, war früh gestorben. Dann hatte sie ihren zweiten Mann kennengelernt und alles schien wieder gut zu werden. Ein drittes Kind war geboren worden. Doch dann kam der Krieg. Eines Abends hieß es: „Die russische Front kommt näher. Könnte sein, dass sie morgen schon da ist.“ Das nötigste musste schnell in zwei, drei Taschen verstaut werden und dann ging er los, der Treck, die Flucht mit den Viehwagen. Das alte Leben unwiederbringlich zerstört.

Dann, nach dem Krieg hatten sie alle – Gott sei Dank – die Flucht überlebt und eine neue Heimat gefunden. Das Leben schien sich endlich zum Besseren zu wenden. Die Zukunft sah gut aus. Aber dann – er war erst 61 Jahre alt – wurde der zweite Ehemann auch krank. Krebs! Der Weg war vorgezeichnet.
Als der Mann dann im Sterben lag, da ging die Frau zum Schrank und holte ein kleines Paket heraus. Es war eine Kerze – die Taufkerze des Mannes: bei der Flucht vor der russischen Armee hatten sie ihre Taufkerzen mitgenommen. Die Frau zündete sie an und stellte sie zur Sterbegarnitur auf dem Nachttisch. Jetzt sollte Gott zeigen, dass sein Versprechen, dass er durch Jesu Tod und Auferstehung gegeben hatte, wahr ist.

Welche Verzweiflung, aber auch welches Vertrauen, welche Hoffnung in Gott zeigt sich in dieser brennenden Taufkerze.
Ein Vertrauen, das auch aus den Worten Martas spricht, als sie Jesus entgegen geht: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.“

Sie weiß, dass eigentlich alles zu spät ist, Lazarus ist sogar schon begraben.

Aber mit Jesus ist auch dann nicht einfach alles aus und vorbei. Vertrauen in Gott, in Jesus Christus und sein Versprechen, bedeutet Hoffnung und Perspektive, wenn alles Hoffnungslos und ohne Sinn erscheint.
Und Mut machende Zeichen für diese Lebensperspektive gibt es immer wieder um uns herum: Das allgegenwärtige „Auferstehen“ in der Natur im Frühling – wir erleben es zur Zeit vielleicht intensiver als in früheren Jahren; die Einschränkungen während der Corona-Krise belasten nicht nur, sie schenken uns auch Zeit dafür.
Und dann sind da die vielen kleinen Auferstehungen, die es immer wieder zu erleben gibt:

 

  • der von Kindern gemalte Regenbogen in vielen Fenstern, über dem steht: „Es wird alles gut!“
  • die Phantasie und Kreativität mit der viele Menschen ihre Hilfe anbieten während der Zeit der Einschränkungen.
  • die Gemeinschaft und der soziale Zusammenhalt, der in der Zeit des „Abstand-Haltens“ während der Krise nicht weniger wird, sondern sogar stärker sichtbar wird.
  • die Zeichen der Solidarität mit den Ärmsten in der Welt, die durch die Spenden für das Hilfswerk Misereor m Umkreis des heutigen Misereor-Sonntags hoffentlich auch in diesem Jahr gesetzt werden.

Ein solches Zeichen im Kirchenjahr ist die Feier der Osternacht. Nach der Weihe des Osterfeuers wird die neue Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen. Dabei wird dreimal gesungen: „Lumen Christi.“ Und alle antworten „Deo gratias.“ „Das Licht Christi.“ – „Dank sei Gott.“  Das Licht Christi – seine Auferstehung – leuchtet in der Finsternis. Es leuchtet sogar in der Finsternis des Todes.

In der diesjährigen Osternacht wird es keine öffentliche und gemeinschaftliche Lichtfeier geben. Es wird dieses wichtige Zeichen für uns Christen nur in abgeschwächter Form geben.
Vielleicht haben Sie ja noch ihre Taufkerze irgendwo im Schrank liegen. Nehmen Sie doch diese Kerze in der Osternacht oder am Ostermorgen einmal aus dem Schrank heraus und zünden Sie sie an (im Zweifel irgendeine andere Kerze). Betrachten Sie dieses Licht für einen Augenblick – es ist das Licht Ihrer ganz persönlichen Osterkerze – das Hoffnungslicht, dass ihnen ganz persönlich zu Ihrer Taufe mit den Worten geschenkt wurde: „Empfange das Licht Christi!“. Es liegt darin sie Zusage Gottes: „Es wird alles gut! Egal was geschieht: ich bin das Licht im Dunkel der Nacht!“ Und es liegt darin die Ermutigung: „Vertraue darauf, egal wo Du bist und was Dir geschieht!“
Jesus sagt zu jedem von uns ganz persönlich:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst Du das?“

Amen.

 

Fürbitten:

Jesus Christus,

du bist gekommen, um den Menschen Licht, Heil und Trost zu schenken. Führe uns zusammen, auch wenn wir voneinander Abstand halten müssen.
Zu dir dürfen wir mit unseren Anliegen kommen und beten:

 

  • Für alle, die unter der Corona-Pandemie leiden, für die an Covid19 Erkrankten, die im Krankenhaus sind und für alle in Quarantäne.
    Erhöre uns, Christus
  • Wir beten für die Berufstätigen, die unsicher sind, wie es weitergeht und für alle, deren Existenz in Gefahr gerät.
    Erhöre uns, Christus

  • Wir beten für die vielen Menschen, die unermüdlich im Einsatz sind in Arztpraxen und Spitälern und sich um das Wohl der Kranken kümmern.
    Erhöre uns, Christus

  • Wir beten für die Familien in dieser herausfordernden Situation, und für alle in Politik und Wirtschaft, die für das Land und für Europa wichtige Entscheidung treffen müssen.
    Erhöre uns, Christus

  • Wir beten für alle, die die Grundversorgung gewährleisten und für die Menschen in den Labors, die unter Hochdruck Tests auswerten und nach Medikamenten forschen.
    Erhöre uns, Christus


  • Wir beten für alle Gläubigen in dieser schwierigen Zeit und für die Seelsorger und Seelsorgerinnen, die neue Formen entwickeln, wie Menschen ihren Glauben miteinander teilen.
    Erhöre uns, Christus

  • Wir beten für die Gläubigen, denen die Gottesdienstgemeinschaft fehlt und für alle, die einander beistehen und ermutigen.
    Erhöre uns, Christus
  • Wir beten für die Mensch auf der Flucht, für alle, die unter unwürdigen Bedingungen leben müssen und besonders für die Kinder auf Lesbos, die durch die Corona-Krise festsitzen.
    Erhöre uns, Christus

  • Wir beten für die Hilfsorganisationen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die selbst unter katastrophalen Bedingungen im Einsatz sind.
    Erhöre uns, Christus

  • Wir beten für unsere Pfarrgemeinden und für alle, die Sorgen und Ängste in sich tragen.
    Erhöre uns, Christus

  • Wir beten für alle, deren Leben gefährdet ist und für die Verstorbenen.

Jesus Christus, du schenkst uns dein Heil und deinen Beistand gerade auch in diesen schweren Zeiten. Dafür danken wir dir und preisen dich mit Gott, dem Vater und dem Heiligen Geist heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.

Vater unser

Gebet des Bischofs in Zeiten der Pandemie

 

> 22.03.2020 4. Sonntag der österlichen Busszeit

Da es keine Gottesdienste in dieser Zeit gibt, habe ich mich entschlossen, in den nächsten Wochen Texte zu erarbeiten zu den Lesungen der Sonntage und sie per Mail zu versenden. Enthalten sind jeweils ein Ausschnitt aus den Sonntagslesungen oder Evangelien, Gedanken zu diesem Text und ein Fürbittgebet. Gerne dürfen diese Texte weitergegeben werden, falls sie Euch/Ihnen hilfreich erscheinen. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir auch in dieser Zeit ohne gemeinsame Gottesdienste etwas von der Gemeinschaft in derzeit möglichen Formen weiterleben und pflegen.
Sollten Sie/Ihr selbst auf diese Gedanken antworten wollen, können Sie das gerne tun! (Mail: a.webel@franziskus-hermeskeil.de)
Herzliche Grüße und bleibt/-en -/Sie gesund!

Johannes 9, 1-5

 

In jener Zeit
   sah Jesus unterwegs einen Mann,
   der seit seiner Geburt blind war.
Da fragten ihn seine Jünger:
   Rabbi, wer hat gesündigt?
Er selbst
   oder seine Eltern,
   sodass er blind geboren wurde?
Jesus antwortete:
   Weder er noch seine Eltern haben gesündigt,
sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.
Wir müssen, solange es Tag ist,
   die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat;
es kommt die Nacht, in der niemand mehr wirken kann.
Solange ich in der Welt bin,
   bin ich das Licht der Welt.

 

 

Gedanken zum Evangelium:

 

Gestern, im ARD–Extra zur Corona-Krise und in den Nachrichten, konnte man erschütternde Bilder und Berichte aus Italien hören. Die Kapazitäten des örtlichen Krematoriums reichten nicht mehr aus, um die Toten einzuäschern. Soldaten mussten die Toten auf Lastwagen in andere Regionen bringen. Eine Krankenschwester berichtete völlig übermüdet und unter Tränen über ihre Arbeit in einer italienischen Intensivstation. Eine solch extreme Lage haben wir in Deutschland, Gott sei Dank, noch nicht.
Vielleicht könnte es dann bei uns Menschen geben, die die gleiche Frage stellen, wie die Jünger in den ersten Zeilen des heutigen Evangeliums: „Rabbi, wer hat gesündigt?“ Ist diese Pandemie und all das Leid vielleicht doch eine Strafe Gottes für unsere Verfehlungen? So jedenfalls behaupten es einige Unheilspropheten, die sich während solcher Katastrophen immer wieder zu Wort melden, auch jetzt wieder.

 

Um es gleich vorweg zu sagen: Jesus beantwortet die Frage der Jünger mit einem eindeutigen „Nein“. „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.“ Und das „Werk Gottes an ihm“ ist die Heilung, die Jesus dann im Anschluss bewirkt.
Der Gott Jesu ist kein Gott, der durch Krankheiten und Katastrophen straft, um die Menschen zur Umkehr zu bewegen. Jesus will vielmehr das Licht der Welt sein.

 

Licht – das ist Orientierung und Trost in der Dunkelheit der Nacht.
Licht – das gibt Mut und Kraft zum Handeln.



„Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“ sagt Jesus im Evangelium.  
Zur Zeit ist es nicht möglich die Eucharistie zu feiern, das heißt die Gegenwart Jesu in unserer Welt. Es liegt nun an uns, dieses Licht zu sein durch die Art und Weise, wie wir leben und handeln.
Die Menschen in den Pflegeberufen, in der Betreuung der Corona-Patienten, die Vielen, die Menschen mit besonderen Risikofaktoren – Alte und Kranke – durch tätige Nachbarschaftshilfe unterstützen: das sind die Menschen, die das Licht Jesu leuchten lassen. Sie zeigen uns: auch die Corona-Pandämie ist keine Strafe Gottes – an ihr sollen vielmehr die Werke Gottes offenbar werden – Solidarität und Nächstenliebe, Achtsamkeit und Gemeinschaft.

 

 

 

Fürbitten:

Gott und Vater,
du bist kein strafender Gott. Du willst Licht sein im Leben der Menschen.
Wir bitten dich:

 

  • Für alle Menschen, die Angst haben vor Ansteckung durch das Corona-Virus.
    Für alle, die nun Sorgen haben, wie sie ihr Leben finanziell und im Alltag weiterleben können.
    Guter Vater:
  • Für alle, die sich in der Pflege und Behandlung von Kranken selbst der Gefahr der Ansteckung aussetzen.
    Guter Vater:
  • Für alle Menschen, die Licht sein wollen für andere, indem sie mit Phantasie und Tatkraft helfen und unterstützen.
    Guter Vater:
  • Für Politiker und Machthaber: dass sie in diese   n schwierigen Zeiten das Wohl aller Menschen im Blick haben, nicht nur die eigene Macht und das eigene Wohlergehen.
    Guter Vater:
  •  Für die am Corona-Virus verstorbenen und alle Toten. Nimm sie auf in dein Reich.
    Guter Vater:

Das sind unsere Bitten, guter Gott. Dich loben und preisen wir, jetzt und in Ewigkeit.
Amen.



Vater Unser


Gebet des Bischofs in Zeiten der Corona-Pandämie