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Eindrucksvolle Pilgerreise

06.04.2019 von Ricarda Ahmetovic

Tag 1 – Sonntag, den 10.03.2019

Am frühen Morgen startete unsere Pilgergruppe, bestehend aus den Pfarreiengemeinschaften Alsdorf/ Herdorf und Hermeskeil, mit der Fluggesellschaft EL AL vom Flughafen Frankfurt nach Tel Aviv, wo uns unsere Reiseleiterin, Silke Warnecke-Levi, bereits erwartete. Vom Flughafen brachte uns der Bus zu unserem ersten Ziel, Nazareth in Galiläa. Gespannt auf das, was uns in den nächsten Tagen noch erwarten würde, freuten wir uns auf eine Reise mit vielen unvergesslichen Eindrücken.

Tag 2 – Montag, den 11.03.2019

Am ersten Tag stand die Besichtigung der Stadt Nazareth auf dem Programm. Heute zählt die Vaterstadt Jesu mit 75.922 Einwohnern zu den größten Städten Israels, damals lebten dort nur etwa 200 bis 500 Juden. Hier kündigte der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria die Geburt ihres Sohnes an. Die griechisch-orthodoxe Gabrielskirche beherbergt heute noch den Brunnen Nazareths, aus dem auch Maria der Überlieferung nach Wasser geschöpft haben soll. An der Stelle, an der Marias Haus gestanden haben soll, steht heute die 1969 eingeweihte römisch-katholische Verkündigungsbasilika. Der gesamte Innenraum ist geschmückt mit zahlreichen Mariendarstellungen aus aller Welt. Hier feierten wir mit Dechant Clemens Grünebach unseren ersten gemeinsamen Gottesdienst im Lande Jesu.

 

Nur ein paar Schritte von der Verkündigungsbasilika entfernt stößt man auf die Kirche des heiligen Josef. Verschiedene Darstellungen aus dem Leben der Heiligen Familie zieren das Innere des Gotteshauses. In der Krypta befinden sich Reste einer Höhlenwohnung. Diese bietet interessante Einblicke in die damalige Zeit. Der Tradition nach verbrachte Jesus mit seiner Familie dort seine Jugendjahre. Eine runde Felsplatte diente als Tisch, Schächte benutzte man als Aufbewahrungsort für Getreide, Öl, Mehl oder Wein.

 

Am Nachmittag besichtigten wir den Berg Tabor. Dieser soll nach christlicher Überlieferung der Ort der Verklärung Christi gewesen sein. Aufgrund der sehr steilen und teilweise schmalen Wege wurden wir mit kleinen Sammeltaxen zum Gipfel gefahren. Wie beschwerlich muss der Aufstieg für Jesus und seine Jünger gewesen sein!

 

Auf dem Rückweg nach Nazareth machten wir noch einen kurzen Stopp auf einem Aussichtspunkt, der uns einen herrlichen Rundumblick auf die Stadt und das Land bot.

 

Tag 3 – Dienstag den 12.03.2019

Nach dem Frühstück fuhren wir zunächst nach Kana, einem kleinen Ort in Galiläa. Im Neuen Testament gilt dieser als Schauplatz der Hochzeit zu Kana, wo Jesus sein erstes Wunder wirkte. Während des Festes verwandelte er hier eine große Menge Wasser in Wein. Nach der Besichtigung der Hochzeitskirche starteten wir zur 1. Etappe des Jesus-Trails, einem Wanderweg, der wichtige Stationen aus dem Leben Jesu und historische Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet. Die etwa 17 km lange, gut beschilderte Teilstrecke von Kana bis zum Kibbuz Lavi erfreute unsere Sinne. Anemonen, Alpenveilchen, Malteserkreuzblumen und blühende Bäume waren bei blauem Himmel eine wahre Augenweide und der Duft der vielen Blüten kitzelte in unseren Nasen. Den Höhepunkt der Wanderung bildete ein Gottesdienst im Freien. Ein schlichter Felsblock diente hierbei als Altar. Wie Jesu Jünger saßen wir im Gras und auf Steinen und lauschten den Worten der Bibel. Dieser besondere Ort mitten in der Natur berührte uns sehr. Nach einem leckeren Picknick marschierten wir durch Wälder und Felder weiter zum Kibbuz Lavi, wo wir übernachteten.

 

Tag 4 – Mittwoch, den 13.03.2019

Heute erwartete uns die 2. Etappe auf dem Jesus-Trail, eine Strecke von ca. 15 km vom Kibbuz Lavi bis zum Berg Arbel. An den Hörnern von Hittim, bekannt durch die gleichnamige Schlacht zwischen Saladin und den Kreuzrittern im Jahre 1187,  trennten sich unsere Wege. Ein leistungsstarker Teil unserer Gruppe erklomm die markanten Doppelhügel, die übrigen Pilger spazierten auf einem gemütlicheren Weg hinab ins Tal. Dabei fiel unser Blick immer wieder auf den über 200 m unter dem Meeresspiegel liegenden See Genezareth. Dieser Ausblick auf den See wurde auf dem Gipfel des Arbel noch getoppt.

 

Nachmittags besichtigten wir die Ausgrabungen von Magdala. Gleich zu Beginn bestaunten wir die Überreste einer alten Synagoge, die schon zu Lebzeiten Jesu genutzt wurde. Zu den bedeutendsten Funden zählt hier der sog. Magdala-Stein, auf dem eine Menora eingraviert ist. Auch sind noch große Flächen des damaligen Mosaikfußbodens zu erkennen.

 

Beim weiteren Rundgang fiel unser Augenmerk auf die Fragmente eines Wohnhauses. In jedem dieser Häuser findet man ein rituelles Tauchbad, eine sog. Mikwe, wie sie fromme Juden damals wie heute für die rituelle Reinigung benötigen.

 

Sehenswert ist auch die moderne, aber schlicht gestaltete Kirche mit dem als Schiff auf dem See Genezareth gestalteten Altarraum und tollen Mosaiken in den Seitenkapellen.

 

Nach einem abwechslungsreichen Tag brachte uns der Bus zum Kibbuz Ginosar, direkt am Ufer des Sees Genezareth gelegen.

 

Tag 5 – Donnerstag, den 14.04.2019

Am heutigen Tag begegneten wir auf Schritt und Tritt dem Wirken Jesu am Nordrand des Sees Genezareth. Zunächst besichtigten wir Kafarnaum, einen Ort, an dem Jesus viele Kranke heilte, wie z. B. die Schwiegermutter des Petrus. Über den Ruinen des Wohnhauses des Petrus wurde eine moderne Kirche in Form eines Bootes erbaut. Die spärliche Innengestaltung soll an die Bedeutung des Ortes erinnern. Die Überreste einer für die damalige Zeit riesigen Synagoge und Ruinen von Wohnhäusern waren ebenfalls einen Besuch wert.

 

Danach brachte uns der Bus zum Berg der Seligpreisungen. Hier hat Jesus einst seine berühmte Bergpredigt gehalten, einer der bekanntesten Texte in der Bibel. Überall auf dem Gelände sind Tafeln mit den einzelnen Seligpreisungen verteilt. Man konnte sich gut die Menschenmassen an den Hängen des Berges vorstellen, die Jesus damals zuhörten. 

 

Im Anschluss fuhren wir nach Tabgha, wo Jesus nach biblischer Überlieferung mit nur 5 Broten und 2 Fischen 5000 Menschen gespeist haben soll. Der schlicht gestaltete Altar der Brotvermehrungskirche erinnert an dieses Ereignis. Auf einem Felsen unter dem Altar sind jedoch 4 Brote samt 2 Fischen abgebildet – das 5. Brot ist Jesus selbst! Den Abschluss des Vormittags bildete eine Fahrt auf einem galiläischen Boot auf dem See Genezareth.

 

Nach den vielen Eindrücken stärkten wir uns mit dem berühmten Petrusfisch und diversen Beilagen.

 

Am Nachmittag feierten wir eine heilige Messe am Ufer des Sees unterhalb der Brotvermehrungskirche und wanderten anschließend vom Berg der Seligpreisungen zurück zum Kibbuz Ginosar.

 

Tag 6 – Freitag, den 15.03.2019

Gegen 5.30 Uhr trafen sich einige Frühaufsteher an einem Steg am Ufer des Sees Genezareth, um den Sonnenaufgang über den Golanhöhen mitzuerleben. Obwohl einige Wolken den Himmel bedeckten, war dies dennoch ein eindrucksvolles Schauspiel zu dieser frühen Stunde.

 

Nach dem Frühstück besichtigten wir die Primatskapelle. Diese markiert den Ort, an dem Jesus seinen Jüngern nach seiner Auferstehung erschienen sein soll und mit ihnen das Mahl gehalten hat, bei dem Petrus mit den Worten „Weide meine Schafe!“ beauftragt wurde. Daher lässt sich auch der Name „Mensa Domini“ (Tisch des Herrn) herleiten.

 

Im weiteren Verlauf erlebten wir einen Tag voller Gegensätze, sowohl in landschaftlicher, als auch in klimatischer Hinsicht. Nach einem kurzen Stopp an der Taufstelle Jesu in Qasr el Yahud am Jordan brachte uns der Bus zum Toten Meer. Mitten in der Wüste gelegen, bildet es mit minus 400 m unter dem Meeresspiegel den tiefsten Punkt der Erde. Es war eine wunderbare und einzigartige Erfahrung, sich an diesem Ort bei etwa 27 Grad mit Mineral-Schlamm einzuschmieren und anschließend wie ein Korken auf dem 33 % salzhaltigen Wasser zu treiben! Unsere Haut fühlte sich durch diese Behandlung samtweich an.

 

Am Nachmittag erwartete uns ein gewaltiger Temperatursturz in Jerusalem, dem Zentrum dreier Weltreligionen, 900 m über Null gelegen. Wir begannen unsere Besichtigung auf dem Ölberg. Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die Altstadt mit ihren Kirchen, Synagogen und Moscheen. In der Paternosterkirche, an dem Ort, an dem Jesus das Vaterunser gelehrt haben soll,  führte man uns auf vielen großen Steintafeln vor Auge, in wie vielen unterschiedlichen Sprachen der Welt dieses Gebet gesprochen wird. Über den Palmsonntagsweg besuchten wir die kleine Franziskanerkapelle Dominus flevit mit dem berühmten Kirchenfenster mit Blick auf die Jerusalemer Altstadt. Am Fuße des Ölberges liegt der Garten Gethsemane, in dem heute noch knorrige, uralte Olivenbäume aus der Zeit Jesu bestaunt werden können. Hier feierten wir mit Dechant Grünebach erneut einen Gottesdienst. Gegen Abend  besichtigten wir die direkt am Garten Gethsemane gelegene Kirche der Nationen, auch Todesangstbasilika genannt.

 

Tag 7 – Samstag, den 16.03.2019

Um die Menschenmassen möglichst zu umgehen, besichtigten wir bereits um kurz nach 7 Uhr am Morgen die Grabeskirche. Diese befindet sich an der überlieferten Stelle der Kreuzigung und des Grabes Jesu und zählt zu den größten Heiligtümern im Christentum. Um die Grabesgrotte zu betreten, mussten wir uns dennoch in Geduld üben, denn bereits zu dieser frühen Stunde hatten sich lange Schlangen gebildet.

 

Auf dem Zionsberg angekommen, erreichten wir durch das Zionstor die Dormitio-Abtei. Hier soll Maria entschlafen sein. Danach standen der Saal des letzten Abendmahls und St. Peter in Gallicantu, der Ort der Verleugnung Jesu durch Petrus, auf dem Programm.

 

Im Anschluss spazierten wir durch das Kidrontal in Richtung Altstadt. Über den Basar gelangten wir zum Österreichischen Hospiz, wo wir eine Kleinigkeit zu Mittag aßen. Von der Dachterrasse bot sich eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt sowie den Tempelberg und die al-Aqsa-Moschee.

 

Über die Via Dolorosa führte der Weg schließlich zurück zum Gästehaus in der Altstadt, wo wir zu Abend aßen. Den krönenden Abschluss des Tages  bildeten der anschließende Besuch an der Klagemauer sowie eine spektakuläre, wenn auch etwas anstrengende Führung im Kottel-Tunnel, direkt am Tempelberg gelegen.

 

Tag 8 – Sonntag, den 17.03.2019

An diesem Morgen machten wir uns auf den Weg nach Betlehem in Palästina. Für Christen ist diese Stadt ein bedeutender Ort, da Jesus der Überlieferung nach hier geboren wurde. In Betlehem wurden wir von Kamal Mukarker, einem unserer dortigen Reiseleiter, begrüßt. Zunächst besichtigten wir die Hirtenfelder, den Ort, wo den Hirten von Engeln die Geburt Jesu verkündet worden sein soll. Das Innere der dortigen Engelskapelle zeugt in wunderbaren Bildern von diesem Ereignis. Unseren letzten Gottesdienst im Lande Jesu feierten wir auf den Hirtenfeldern. Christian Grünebach brachte uns als Meditation die Person des Josef nahe, der als Ziehvater Jesu eine wichtige Rolle innehat, aber in der Bibel nur wenig Bedeutung findet.

 

Nach unserem Besuch in der Geburtskirche und der Geburtsgrotte erhielten wir bei einer Führung in einer Olivenholzschnitzerei interessante Einblicke in diese traditionelle Handwerkskunst.

 

Nachmittags erkundeten wir mit Kamals Mutter, Faten Mukarker, die Stadt Hebron. In einer Synagoge im jüdischen Viertel bestaunten wir einen Toraschrein und einen Beschneidungstisch. Hierbei mussten die Männer eine Kopfbedeckung, eine sog. Kippa, tragen, während sich beim anschließenden Gang durch eine Moschee im muslimischen Viertel die Frauen verschleiern und jeder die Schuhe ausziehen musste.

 

Tag 9 – Montag, den 18.03.2019

Den vorletzten Vormittag unserer Pilgerreise nutzten wir für eine Wanderung rund um Battir, einem kleinen palästinensischen Ort in der Nähe von Betlehem. Der etwa 5 km lange Wanderweg schlängelte sich über Stock und Stein durch ein romantisches Tal mit Olivenbäumen, diversen Grabmälern und bizarren Felsformationen. Trittsicherheit und eine gute Kondition waren hierbei unumgänglich. Doch mit gegenseitiger Hilfestellung kam unsere Gruppe gegen Mittag unversehrt wieder am Ausgangspunkt der Wanderung an, wo uns bereits die nächste Überraschung erwartete: Faten lud uns zu einem traditionellen palästinensischen Mittagessen, bestehend aus Kichererbsen, Kuskus, Hühnchen und Salat, ein. Dazu wurden Wasser, Saft, Tee und Kaffee gereicht. Danke, Faten!

 

Am Nachmittag brachte uns der Bus erneut nach Jerusalem. Dort nutzten einige die freie Zeit für einen letzten Kaffee oder Spaziergang durch die Altstadt. Andere wiederum übten sich im Feilschen auf dem arabischen Basar.

 

Beindruckt von den vielen unterschiedlichen Erlebnissen der zurückliegenden Woche klang der Tag bei einem guten Glas Wein in der Lobby unseres Hotels aus.

 

Tag 10 – Dienstag, den 19.03.2019

Heute hieß es leider Abschied nehmen vom Heiligen Land. Auf der Fahrt zurück zum Flughafen machten wir noch einen kurzen Stopp an der Knesset, dem Parlamentsgebäude des Staates Israel. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Knesset-Menora, ein etwa 5 m hohes Bronze-Monument in Form eines siebenarmigen Leuchters, auf dem Motive aus der Geschichte des jüdischen Volkes von der biblischen Zeit bis in die Moderne dargestellt sind. Der letzte Halt war in Emmaus Abu Gosh, wo man die Begegnung Jesu mit den Emmaus-Jüngern vermutet. Nach einem Gebet mit feierlichem Te Deum traten wir schweren Herzens den Heimflug an.

 

Am Schluss ein herzliches DANKESCHÖN an alle, die diese Reise zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben. Wir bedanken uns bei Dechant Clemens Grünebach für die geistliche Begleitung und bei seinem Bruder Christian für die gute Organisation und die hervorragenden Ortskenntnisse. Danke an unsere ReiseleiterInnen Silke, Kamal und Faten für die vielen interessanten Informationen und Anekdoten. Danke auch unserem Busfahrer Mahmud, der uns souverän und sicher durch das Land beförderte.

 

Eine Reise ins Zentrum unseres Glaubens ging terminlich zu Ende. Die guten Erfahrungen und Empfindungen werden uns aber noch lange begleiten.

 

Ich hoffe, mit diesem Bericht im Namen der gesamten Pilgergruppe gesprochen zu haben. Wunderbare Menschen waren unsere Wegbegleiter!

 

Benedikt Rex,

Neuhütten im März 2019

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